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Doch keine Terror-Hinweise vor US-Wahl

Eine gute Woche vor der Präsidentenwahl in den USA gibt es entgegen früherer Geheimdienstinformationen keine konkreten Hinweise auf einen groß angelegten Terroranschlag. Frühere Warnungen hätten auf erfundenen Informationen eines Geheimdienstmitarbeiters basiert.

dpa WASHINGTON. Eine gute Woche vor der Präsidentenwahl in den USA gibt es entgegen früherer Geheimdienstinformationen keine konkreten Hinweise auf einen groß angelegten Terroranschlag. Frühere Warnungen hätten auf erfundenen Informationen eines Geheimdienstmitarbeiters basiert.

Das berichtete die Tageszeitung "Washington Post" am Samstag unter Berufung auf Geheimdienste und Polizei. Auch der Einsatz von rund 2000 Spezialisten des Bundeskriminalamtes FBI, Hunderte von Verhören und 120 Festnahmen von Ausländern allein in diesem Monat hätten keine Anzeichen auf einen Terroranschlag zu Tage gefördert.

Am 15. September hatten die Chefs des Geheimdienstes CIA und des FBI Präsident George W. Bush von Terrorplänen mit möglicherweise vielen Opfern berichtet. Angeblich sollten die potenziellen Attentäter zu jenem Zeitpunkt bereits im Lande gewesen sein.

Die innere Sicherheit ist ein zentrales Wahlkampfthema in den USA. Die beiden demokratischen Kandidaten John Kerry und John Edwards haben US-Präsident George W. Bush wiederholt vorgeworfen, aus Wahlkampfgründen gezielt die Ängste der Menschen zu schüren.

In einer neuen Fernsehwerbung zur Wahl am 2. November setzen die Republikaner von Bush ein Rudel Wölfe als Metapher für die Terrorismusgefahr ein. Zugleich wird Kerry unterstellt, dass die USA unter seiner Führung in Gefahr seien.

Wenige Tage vor der Wahl gibt es derweil immer neue Berichte über Pannen. Nach Angaben der Tageszeitung "Orlando Sentinel" haben sich 68 000 Bürger in Florida auch in anderen US-Bundesstaaten als Wähler registrieren lassen. Allein ein Vergleich der Wählerregister mit den Bundesstaaten Georgia und North Carolina habe ergeben, dass Zehntausende Wähler mit gleichen Namen und Geburtsdaten erfasst worden seien.

In Deutschland lebende Amerikaner fühlen sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" vom US-Verteidigungsministerium in ihrem Wahlrecht behindert. Die vom Pentagon erstellten Internet- Seiten, auf denen sich im Ausland lebende US-Bürger für die Präsidentenwahl registrieren konnten, seien über einen längeren Zeitraum blockiert gewesen.

Den in Deutschland stationierten US-Soldaten habe das Pentagon hingegen spezielle, fehlerfrei funktionierende Internet-Seiten zur Registrierung zur Verfügung gestellt, berichtet der "Spiegel" in seiner neuesten Ausgabe.

Ein Wahloffizier habe berichtet, dass massiver Druck auf ihn und seine Kollegen ausgeübt worden sei, die Soldaten zum Urnengang zu bewegen. Umfragen zufolge stünden 69 Prozent aller Truppenmitglieder Präsident Bush positiv gegenüber, während nur 29 Prozent von dessen Herausforderer Kerry eine gute Meinung hätten.

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