Doch Wechsel nach Madrid?
Tauziehen um Ronaldo

Der Poker um einen Wechsel des brasilianischen Stürmerstars Ronaldo von Inter Mailand zu Real Madrid ist in die entscheidende Runde gegangen. Die Präsidenten beider Clubs, Massimo Moratti und Florentino Pérez, einigten sich nach spanischen Presseberichten vom Freitag, binnen 24 Stunden eine Lösung zu finden.

dpa/HB MADRID. Der von dem 25-jährigen Ausnahmefußballer gewünschte Transfer zu den "Königlichen" ist demnach nur noch eine Frage des Geldes. Real Madrid bietet 12 Millionen Euro plus zwei oder drei Spieler: Torjäger Fernando Morientes, Stürmer Pedro Munitis und Mittelfeldakteur Flavio da ConceiÇao.

Inter schraubte zwar die ursprünglich geforderten 100 Millionen Euro auf nunmehr 50 bis 60 Millionen herunter, will aber dafür Reals argentinischen Mittelfeldstar Santiago Hernán Solari. Die Madrider scheinen zwar unter Umständen bereit, der Geldsumme zuzustimmen, doch Solari wollen sie nicht hergeben. Die Manager beider Clubs, Jorge Valdano und Massimo Moretti, sollen nun die Verhandlungen weiterführen. Die Sportzeitung "Marca" brachte in ihrer Freitag- Ausgabe erneut eine Fotomontage Ronaldos im weißen Real-Trikot und titelte: "Ronie, jetzt oder nie." Der Vertrag des Brasilianers in Mailand läuft eigentlich noch bis 2006, der 25-Jährige will den Verein aber wegen seiner Differenzen mit dem gestrengen argentinischen Trainer Héctor Cúper verlassen. Zudem möchte er unbedingt an der Seite Figos, Zidanes und Raúls spielen.

Die Bosse der beiden Vereine hatten sich am Donnerstagabend vor der malerischen Kulisse der Balearen-Insel Formentera abwechselnd auf ihren jeweiligen Yachten getroffen: Zunächst kam Moratti auf Pérez' "Pitina II", dann wurde auf der "Carlotta" weiterverhandelt.

Der bereits einmal als geplatzt geglaubte Wechsel des Weltmeisters und WM-Torschützenkönigs nach Madrid wäre der Transfer-Coup des Jahres. Bereits mit der Verpflichtung von Figo (70 Millionen Euro) und Zidane (78 Millionen Euro) war Bauunternehmer Pérez die Sensation gelungen. Rein technisch ist Ronaldo für Real allerdings eher eine Sache des Images und des Marketings: Der Champions-League-Sieger benötigt keinen neuen Stürmer, sondern vielmehr einen Innenverteidiger.

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