Dokumentation
Finanzkrise: Liveticker vom 4. November 2008

Die USA bereiten sich auf die Präsidentenwahl vor, da rückt die Finanzkrise vorübergehend in den Hintergrund. In Deutschland dagegen wird munter weiter diskutiert, welche Bank als nächste das staatliche Hilfspaket in Anspruch nimmt. Gestern entschieden sich neben der Commerzbank auch die HSH Nordbank und die WestLB für diesen Weg.

18:40 Bundesbank-Präsident Axel Weber hat die Freiwilligkeit des Rettungspakets für die deutschen Banken verteidigt und erwartet die Teilnahme weiterer Institute. "Ich glaube, dass auch in Zukunft weitere Kreditinstitute dies in Anspruch nehmen werden", sagte Weber. Die Banken allerdings dazu zu zwingen halte er für "eine vollkommen falsche Sicht", betonte der Bundesbank-Chef und fügte hinzu: "Es klappt auch so."

18:21 Die EU-Kommission hat den Rettungsplan zur Stabilisierung der spanischen Finanzbranche genehmigt. Die spanische Regierung will Banken Aktiva im Umfang von bis zu 30 Mrd. Euro abkaufen, um ihnen frisches Kapital zuzuführen. Die EU-Kommission genehmigt die Pläne unter der Maßgabe, dass mit dem Staatsgeld nur Schuldverschreibungen mit einem guten Rating mindestens der Stufe AA gekauft werden dürfen.

18:10 Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Dienstag auf einen deutlichen Wahlsieg von Barack Obama bei der US-Präsidentenwahl gesetzt. Auftrieb gab auch die freundliche Wall Street. Der Dax schloss fünf Prozent fester bei 5 278 Punkten. Für den MDax zeigte die Kurstafel zum Schluss Gewinne von 6,41 Prozent auf 6 092 Zähler an, und der TecDax kletterte um 7,62 Prozent auf 600 Punkte.

17:16 Die US-Börsen tendieren weiterhin sehr freundlich und treiben den Dax auf ein neues Tageshoch: Das Plus des deutschen Leitindex beträgt jetzt 4,5 Prozent, vor allem die Autowerte befinden sich auf Berg- ud Talfahrt.

16:09 USA: Der Auftragseingang der Industrie ist im September deutlich stärker als erwartet gesunken. Zum Vormonat seien die Aufträge um 2,5 Prozent zurückgegangen, teilt das US-Handelsministerium mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um lediglich 0,7 Prozent gerechnet. Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Aufträge für Transportgüter ging der Auftragseingang noch stärker zurück.

16:07 Mit einem kräftigen Plus haben die US-Börsen eröffnet. Der Dow-Jones-Index legte zu Handelsbeginn an der Wall Street in New York um 185 Punkte oder 1,97 Prozent auf gut 9.505 Punkte zu. Auch die europäischen Börsen haben bis zum Nachmittag ähnliche Pluswerte zu verzeichnen.

15:46 Die EU-Finanzminister haben Vorstellungen Frankreichs für eine Reform des Weltfinanzsystems gebremst. Es gebe zwar generell Unterstützung für die Pläne, sagte die französische Ressortchefin Christine Lagarde am Dienstag in Brüssel. Doch die in dem Papier erklärte Absicht, eine globale Wirtschaftspolitik anzustreben, müsse umformuliert werden.

15:33 Die wegen der Finanzmarktkrise teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) hat im dritten Quartal weitere Millionenabschreibungen vornehmen müssen und könnte erstmals einen Jahresverlust ausweisen. Die Bank bezifferte die neuerliche Belastung durch faule Kredite in Großbritannien, den USA und Asien am Dienstag in London auf 206 Millionen Pfund (256 Millionen Euro).

15:10 Der Euro hat sich am Dienstag zur US-Währung etwas erholt. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag um 1,2845 Dollar, nachdem sie im asiatischen Geschäft in der Nacht bis auf 1,2527 Dollar gefallen war.

14:59 Bund, Länder und Gemeinden müssen trotz der Finanz- und Konjunkturkrise voraussichtlich keinen Einbruch bei den Steuereinnahmen befürchten. Das zeichnete sich vor Beginn der Beratungen zur neuen Steuerschätzung für 2008 und 2009 am Dienstag in Hildesheim ab. Danach werden für dieses Jahr Mehreinnahmen gegenüber der bisherigen Schätzung vom Mai für möglich gehalten.

14:47 In der Wirtschaft und in der Bundesregierung wachsen die Sorgen über offenbar zunehmende Finanzierungsprobleme von Unternehmen. Der Industrieverband BDI und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) forderten die Banken am Dienstag auf, ausreichend Kredite zu angemessenen Konditionen zur Verfügung zu stellen. Ähnlich äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschen Arbeitgebertag. Wenn der Staat mit seinem Rettungspaket für die Finanzindustrie helfe, verbinde sich damit die Zielsetzung, dass gerade mittelständische und kleine Unternehmen weiter gut mit Krediten versorgt würden.

14:34 China wird nach Ansicht von Bankenexperten sein zweistelliges Wachstumstempo nicht mehr halten können. Die Schweizer Großbank Credit Suisse sagte am Dienstag ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) im nächsten Jahr von nur noch 7,2 Prozent voraus. Der Volkswirt Stephen Green vom Finanzinstitut Standard Chartered in Shanghai prognostiziert für 2009 ein Wachstum von 7,9 Prozent.

13:54 In Spanien ist die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit April 1996 geklettert. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg im Oktober um 192.658 auf 2.818.026, wie das Arbeitsministerium in Madrid am Dienstag mitteilte. Dies entspreche einer Arbeitslosenquote von 11,3 Prozent. Spanien hat die höchste Arbeitslosenquote unter den 27 Staaten der Europäischen Union.

13:44 Zwei Wochen vor dem Weltfinanzgipfel in Washington gehen in der EU die Meinungen über die richtige Verhandlungsstrategie noch weit auseinander. Die von der französischen EU-Ratspräsidentschaft präsentierten Vorschläge für eine internationale Finanzmarktreform seien vielen anderen Mitgliedstaaten zu ehrgeizig, berichteten Diplomaten am Dienstag aus Beratungen der EU-Finanzminister in Brüssel.

13:30 Der Autozulieferer Leoni dürfte bereits im dritten Quartal die derzeitige Branchenschwäche zu spüren bekommen haben. Analysten rechnen im Durchschnitt mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 23,97 Millionen Euro, nach 34,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Überschuss dürfte von 27,8 auf nur noch 11,24 Millionen Euro gesunken sein.

13:29 Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re hat das dritte Quartal 2008 unerwartet mit einem Verlust von 304 Millionen Franken (204 Millionen Euro) abgeschlossen und setzt sein Aktienrückkaufprogramm aus. Die Nummer zwei der Branche hinter Münchener Rück litt nicht allein unter den Wirbelstürmen "Gustav" und "Ike", die im September über die Karibik und den Süden der USA gefegt waren und die mit rund 365 Millionen Dollar mehr als angenommen zu Buche schlugen. Auch der anhaltende Sturm an den Finanzmärkten hinterlässt weiterhin Spuren. Swiss Re musste weitere 289 Millionen Franken auf ein strukturiertes Kreditversicherungsportfolio abschreiben, das das Unternehmen bisher schon 2,7 Milliarden Franken gekostet hat.

13:09 Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag angetrieben von kräftigen Kursgewinnen bei Finanztiteln bis zum Mittag deutlich zugelegt. Der Deutsche Aktienindex DAX stieg um 2,7 Prozent auf 5.136 Punkte. Der MDax legte 3,7 Prozent auf 5.934 Zähler zu. Der TecDax notierte mit 593 Punkten 6,2 Prozent im Plus.

12:48 Das US-Finanzministerium erwägt einem Zeitungsbericht zufolge die Ausweitung des Rettungspakets auf weitere Finanzfirmen über Banken und Versicherer hinaus. Denkbar sei dies für Unternehmen, die der breiten Wirtschaft dringend benötigtes Kapital zur Verfügung stellten, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag.

12:43 Die französischen Vorschläge für eine internationale Finanzmarktreform sind offenbar vielen EU-Staaten zu ehrgeizig. Beim EU-Finanzministertreffen in Brüssel habe es viel Kritik an dem Positionspapier gegeben, das Frankreich zur Vorbereitung des Weltfinanzgipfels in Washington vorlegte, verlautete am Dienstag aus Diplomatenkreisen in Brüssel.

12:42 Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, sieht die Ursachen der Finanzmarktkrise im Liberalisierungskurs des vergangenen Jahrzehnts. "Frenetische, ungebremste Deregulierung hat das Elend Europas verursacht", sagte Juncker am Dienstag vor dem EU-Parlament in Brüssel. Scharfe Kritik übte er in diesem Zusammenhang an den USA und Großbritannien. "Die anglo-amerikanischen Regierungen haben uns immer gesagt, dass der Markt es schon regeln wird", sagte Juncker. Noch im vergangenen Jahr hätten Briten und Amerikaner Vorschläge der Bundesregierung für eine strengere Kontrolle der Finanzmärkte abgelehnt.

11:55 Die Einlagen der Banken des Euroraums bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sind am Dienstag auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Über Nacht seien 280,23 (Vortag: 279,37) Milliarden Euro als Einlagen angelegt worden, teilte die EZB am Dienstag in Frankfurt mit.

11:25 Die angeschlagene WestLB wird Finanzkreisen zufolge "einige Milliarden" aus dem Rettungsfonds des Bundes in Anspruch nehmen. Eine genaue Summe stehe nach der Sitzung des Aufsichtsrates aber noch nicht fest, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Entscheidung solle binnen zwei Wochen fallen.

11:18 Die Rohstoffpreise haben im Oktober auf breiter Front nachgegeben und sind unter das Niveau des Vorjahres gerutscht. Die Rohstoffpreisindex des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) liege auf Euro-Basis mit 165 Punkten um 3,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr, teilte das Institut am Dienstag in Hamburg mit.

11:07 Die EU-Finanzminister haben Diplomaten zufolge den Milliardenkredit der Europäischen Union an Ungarn bewilligt. Die EU nimmt für Ungarn 6,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf, weil das Land durch die Finanzkrise an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geraten war.

10:44 Die Krise der Autobranche hat den Roboter- und Anlagenbauer Kuka erreicht. Im dritten Quartal habe Kuka bereits deutlich weniger Bestellungen von Fahrzeug-Herstellern erhalten, teilte der Augsburger Konzern am Dienstag mit. Der Auftragseingang sei um zwölf Prozent auf 292,1 Millionen Euro zurückgegangen.

10:35 Die australische Zentralbank hat am Dienstag ihren Leitzins überraschend deutlich gesenkt, um eine Rezession der stark von Rohstoffexporten bestimmten Wirtschaft des Landes zu verhindern. Die Währungshüter setzten den Zins um 75 Basispunkte auf 5,25 Prozent nach unten - so tief lag der Leitzins zuletzt im März 2005.

10:32 Der US-Absatz des Autobauers Volkswagen ist im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,9 Prozent gesunken. In den ersten zehn Monaten fiel der Absatz um 0,6 Prozent auf 191.000 Fahrzeuge. Damit steht VW wesentlich besser da als der Gesamtmarkt, der im Oktober um 32 Prozent auf den niedrigsten Wert seit 17 Jahren eingebrochen ist.

10:31 Die vor der Verstaatlichung stehende britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) hat im dritten Quartal auch dank neuer Bilanzierung überraschend wenig Belastungen durch die Finanzkrise verzeichnet. Die Abschreibungen auf Ramschpapiere beliefen sich auf 206 Millionen Pfund, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

10:27 Die EU-Staaten haben am Dienstag Beratungen über Wege zu einer globalen Finanzmarktreform aufgenommen. Ziel des Finanzministertreffens in Brüssel ist eine gemeinsame Position für den geplanten Weltfinanzgipfel in Washington. Die französische Ratspräsidentschaft hat in einem Diskussionspapier elf Leitlinien für eine Reform der Finanzmärkte vorgeschlagen.

10:16 Die deutsche Chemiebranche bekommt die Konjunkturabkühlung immer deutlicher zu spüren. Schon zum zweiten Mal binnen weniger Monate senkte der Branchenverband VCI seine Prognose für den Chemieumsatz in diesem Jahr. "Die weltweite Abschwächung der Konjunktur hat jetzt auch die chemische Industrie in Deutschland erfasst", begründete der Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), Ulrich Lehner, am Dienstag die erneute Prognosesenkung.

09:43 Der Rohöl-Preis der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zum Wochenbeginn wieder leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells kostete am Montag 59,03 Dollar im Vergleich zu 57,43 Dollar am vergangenen Freitag, teilte das OPEC-Sekretariat am Dienstag mit.

09:34 Der größte britische Textilhändler Marks & Spencer ist in seinem ersten Geschäftshalbjahr voll von der Konsumschwäche getroffen worden. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Gewinn vor Steuern und Sonderposten um 34 Prozent auf 297,8 Millionen britische Pfund (370 Mio Euro), wie M&S am Dienstag mitteilte. Der Überschuss rutschte um 23 Prozent auf 223 Millionen Pfund.

09:16 Der Dax hat am Dienstag mit Kursverlusten eröffnet. Wenige Minuten nach dem Handelsstart notierte der Index 0,5 Prozent niedriger bei 5002 Punkten, nachdem er am Montag 0,8 Prozent im Plus geschlossen hatte. Börsianer rechnen - trotz zahlreicher Quartalsberichte - mit einem ruhigen Handel.

08:43 Der Autobauer BMW hat im dritten Quartal einen überraschend starken Gewinneinbruch verbucht. Das Ergebnis vor Steuern sackte auf 279 von 765 Millionen Euro ab, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 455 Millionen Euro gerechnet.

08:42 Die UBS befürchtet auch im vierten Quartal dieses Jahres negative Auswirkungen auf die Kundenvermögen und auf die Erträge. Dies gab die größte Schweizer Bank am Dienstag bekannt und bestätigte die bei der Bekanntgabe des staatlichen Rettungspakets am 16. Oktober gemachten Angaben zur Geschäftsentwicklung im dritten Quartal. Demnach erzielte die größte Schweizer Bank nach vier Verlustquartalen in Folge erstmals wieder einen Gewinn von 296 Millionen Franken (200 Millionen Euro).

08:36 Die europäischen Aktienmärkte werden am Dienstag voraussichtlich kaum verändert starten. In der Schweiz legen mehrere Unternehmen Quartalszahlen vor, ansonsten werden nur vereinzelt Geschäftsberichte bekannt gegeben. Die Impulse aus Übersee sind positiv: In den USA hatte der Dow Jones Industrial einen Tag vor der Präsidentenwahl zwar kaum verändert geschlossen, der Future auf den US-Leitindex stand zuletzt allerdings rund 20 Punkte über seinem Stand zum europäischen Handelsschluss.

08:25 Die Commerzbank will die stille Beteiligung des Staates aus dem Hilfspaket in Höhe von 8,2 Milliarden Euro vor allem in das operative Geschäft stecken. "Wir investieren weiter in unser Kerngeschäft: zum Beispiel in Kredite für mittelständische Firmen und für Häuslebauer", sagte Vorstandssprecher Martin Blessing der "Bild"-Zeitung zufolge. Für jeden vergebenen Kredit wolle die Bank etwas mehr Geld vorhalten, um für alle Fälle gewappnet zu sein und auch bei Kreditausfällen weiter Kredite vergeben zu können.

08:16 Die Aktienbörse in Tokio hat am Dienstag nach einem verlängerten Wochenende deutlich zugelegt. Der Nikkei-225-Index überwand dank der Abschwächung des Yen zum Dollar wieder die psychologisch wichtige Marke von 9.000 Punkten. Mit plus 6,27 Prozent auf 9.114,60 Punkten ging er aus dem Handel. Der breit gefasste Topix legte ebenfalls stark um 5,02 Prozent auf 910,70 Punkte zu. Am Montag hatten Japans Aktien- und Finanzmärkte wegen eines Feiertages geschlossen.

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