Dokumentation
Hintergrund: Die umstrittenen Äußerungen des Jamal Karsli

Der von den Grünen zur FDP übergetretene nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Jamal Karsli hat in den vergangenen Wochen mit einer Presse-Mitteilung zum Nah-Ost-Konflikt und einem Zeitungsinterview bundesweit für Empörung und Proteste gesorgt. Aus Anlass der Aufnahme Karslis in die FDP am Mittwochabend nachfolgend noch einmal eine Dokumentation die umstrittenen Äußerungen.

dpa DÜSSELDORF. Nach dem Einmarsch der israelischen Armee in die Palästinenser- Gebiete veröffentlichte Karsli - ohne Absprache mit seiner Fraktion - Mitte März eine Pressemitteilung unter der Überschrift: "Israelische Armee wendet Nazi-Methoden an!". Dort schrieb er: "Gerade von Deutschen sollte auf Grund der eigenen Geschichte eine besondere Sensibilität erwartet werden, wenn ein unschuldiges Volk den Nazi- Methoden einer rücksichtslosen Militärmacht schutzlos ausgeliefert ist."

In einem Interview mit der Wochenzeitung "Junge Freiheit" (3. Mai) gab Karsli u.a. folgende Äußerungen von sich. Die Zeitung wird wegen des Verdachts rechtsextremistischer Agitation vom Verfassungsschutz beobachtet.

"Man muss zugestehen, dass der Einfluss der zionistischen Lobby sehr groß ist: Sie hat den größten Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch noch so bedeutende Persönlichkeit 'klein' kriegen. Denken Sie nur an Präsident Clinton und die Monika-Lewinsky-Affäre. Vor dieser Macht haben die Menschen in Deutschland verständlicherweise Angst."

Auf die Frage des Interviewers: "Sie sehen eine moralische Lähmung der Deutschen durch das Verbrechen des Holocaust?" antwortete Karsli: "Ganz genau." und fügte an späterer Stelle hinzu: "Allerdings frage ich, wie lange kann man das noch mit sich herumschleppen? Wenn ich so sensibel dem deutschen Nazi-Terror gegenüberstehe, dann muss ich gegenüber den Machenschaften von Scharon genauso sensibel sein. Deshalb betrachte ich die jetzige deutsche Außenpolitik und Gesellschaftsmoral als Doppelmoral.".

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