Dokumentation
Möllemanns Erklärung im Wortlaut

Jürgen Möllemann tritt als Chef der nordrhein- westfälischen FDP und der Düsseldorfer Landtagsfraktion zurück. Die am Sonntagabend in Düsseldorf verbreitete persönliche Erklärung Möllemanns im Wortlaut:

HB DÜSSELDORF. "Den Menschen, deren politische Unterstützung ich mit den Jahren gewonnen habe, fühle ich mich verpflichtet: Sie können sich darauf verlassen, dass ich meinen politischen Beitrag an geeigneter Stelle und in geeigneter Weise leisten werde, sobald ich das wieder kann.

Mitglieder der FDP-Führung wollen offensichtlich die kleinen Fortschritte meiner medizinisch begleiteten Gesundung zunichte machen.

Gegen den dringenden Rat der behandelnden Ärzte und die drängenden Bitten meiner Familie zwingen sie mich zur Befassung mit ihren fahrlässigen öffentlichen Spekulationen, Verdächtigungen und Anschuldigungen.

Weder das Parteiengesetz noch der Bundestagspräsident fordern diese Personen zu dem auf, was sie tun.

Ihnen ist offenkundig mein politischer Tod wichtiger als die Folgen ihres zerstörerischen Verhaltens für die FDP, von den Folgen für das Wohlergehen meiner Familie und meine Gesundheit gar nicht zu sprechen.

Politisch will ich mich diesem unverantwortlichen Verhalten nicht länger aussetzen. Persönlich darf ich es aus Verantwortung für meine Familie und meine Gesundheit nicht; hier folge ich der Therapie meiner Ärzte und nicht der infamen Ferndiagnose von FDP-Politikern.

Meine Ärzte haben mir zwingend verordnet, vor Ablauf von sechs Wochen, also Anfang Dezember, keine berufliche Tätigkeit wieder aufzunehmen - ich darf also genau das nicht tun, wozu mich Mitglieder der FDP-Führung fortdauernd nötigen wollen.

Wie ich zu einer so falschen Einschätzung der FDP kommen konnte, dass ich eine solche Jagd auf einen aus den eigenen Reihen für ausgeschlossen hielt, darüber will ich erst wieder nachdenken, wenn mich das nicht mehr buchstäblich mitten ins Herz trifft.

Über meinen künftigen Beitrag zur Politik im einzelnen werde ich nach meiner Genesung entscheiden.

Selbstverständlich werde ich sicherstellen, dass die FDP durch mich keinen finanziellen Schaden erleidet, allerdings nach geltendem Recht und nicht nach den Schädigungsabsichten meiner innerparteilichen Gegner.

Ich trete hiermit als Vorsitzender der FDP in Nordrhein-Westfalen und ihrer Landtagsfraktion zurück.

Letzteres fällt mir besonders schwer, weil die Arbeit im Landtag mit den Kolleginnen und Kollegen, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu meinen schönsten Erfahrungen in der FDP zählt. Für das Zustandekommen dieser großen Fraktion habe ich gekämpft. Ich will nicht, dass ihre Geschlossenheit und politische Kraft meinetwegen in Frage gestellt wird."

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