Dokumente beschlagnahmt
Razzien in Parteibüros der Sinn Fein

Die Polizei in Nordirland hat am Freitag Parlamentsbüros der Partei Sinn Fein durchsucht und einen Parteifunktionär festgenommen. Es gehe um Ermittlungen wegen terroristischer Aktivität, teilte die Polizei mit.

Reuters BELFAST. Der nordirische Regierungschef David Trimble sagte zu Journalisten, er glaube, der Polizei-Einsatz sei eine Reaktion auf eine Geheimoperation der IRA, die gegen die obersten Ränge der Regierung gerichtet sei. Er forderte die britische Regierung auf, gegen die Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) vorzugehen. Sinn Fein ist die politische Partei der IRA, die gegen die britische Herrschaft in Nordland kämpft. In der Regionalregierung aus pro-irischen Katholiken und pro-britischen Protestanten stellt Sinn Fein zwei Vertreter.

Sinn Fein warf der Polizei vor, aus politischen Motiven zu handeln. Eine Sprecherin der Partei teilte mit, unter den Festgenommenen befinde sich der parlamentarische Geschäftsführer der Partei, Denis Donaldson. Bei der Razzia seien auch Dokumente über Menschenrechte und Polizeiaktionen beschlagnahmt worden.

"Einige Menschen wurden festgenommen und Gegenstände wurden beschlagnahmt und wir können bestätigen, dass das Büro einer speziellen Person in dem Parlamentsgebäude in Stormont durchsucht wurde", teilte die Polizei mit. In einer groß angelegten Operation durchsuchte die Polizei außerdem zahlreiche Orte im Norden und Westen Belfasts und nahm mehrere Menschen fest.

Die Gegner im langjährigen Bürgerkrieg um die Zugehörigkeit der Provinz zu Irland oder Großbritannien hatten sich 1998 auf ein Friedensabkommen verständigt. Sie bildeten eine gemeinsame Regierung und richteten mit dem Nord-Süd-Rat und dem Britisch-Irischen Rat der Inseln Gremien ein, in denen die Provinz mit Irland und den übrigen Teilen Großbritanniens zusammenarbeitet.

Die Umsetzung weiterer Punkte des Abkommens ist bereits mehrfach ins Stocken geraten. Ende September legte Trimble auf Druck seiner Partei, der pro-britischen Ulster Unionist Party (UUP), die Zusammenarbeit mit Sinn Fein in den gemeinsamen Räten auf Eis.

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