Dokumente der Sonderpolizei werden gesucht
Uno hat noch keinen Zugang zu Archiven in Jugoslawien

Die Anklage beim Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat nach Angaben einer Sprecherin noch keine Antwort auf ihre Anfragen um Zugang zu amtlichen Archiven in Jugoslawien erhalten.

dpa DEN HAAG. Auch die Wünsche um Unterstützung beim Aufspüren und Vernehmen von mehr als 100 Zeugen in Jugoslawien seien noch nicht beantwortet worden, sagte sie am Mittwoch in Den Haag. Man wisse, dass die Anfragen aus Den Haag vom neu geschaffenen Rat für Zusammenarbeit mit dem Tribunal in den vergangenen Tagen geprüft worden seien.

Chefanklägerin Carla Del Ponte ist nach Darstellung der Sprecherin den USA dankbar für deren Unterstützung, dem Tribunal Zugang zu Dokumenten und Zeugen zu verschaffen. US-Außenminister Colin Powell hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass 40 Millionen Dollar (43,5 Millionen Euro) an Finanzhilfe für Jugoslawien freigegeben wurden, nachdem sich Belgrad zur Zusammenarbeit mit dem Tribunal bereit erklärt hatte.

Die Ankläger in Den Haag suchen vor allem nach Dokumenten der früheren Streitkräfte und der Sonderpolizei (MUP) zur Vorbereitung von Prozessen um Kriegsverbrechen in den neunziger Jahren im früheren Jugoslawien. Bisher sei dem Tribunal jeder Zugang zu den Archiven verweigert worden. Außerdem suchen sie Unterstützung beim Auffinden bestimmter Zeugen.

Darüber hinaus erwarten die Ankläger von Belgrad weitere Festnahmen. Von 24 flüchtigen Angeklagten, deren Namen den Behörden genannt wurden, hätten sich erst fünf freiwillig gemeldet, sagte die Sprecherin. Die Gesuchten hielten sich nach Überzeugung der Ankläger zumindest zeitweise in Jugoslawien auf.

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