Dokumente übergeben: Blix und El Baradei loben Bagdads Fortschritte

Dokumente übergeben
Blix und El Baradei loben Bagdads Fortschritte

Die UN-Chefinspekteure sehen nach ihren zweitägigen Gesprächen in Bagdad positive Signale seitens der irakischen Regierung, sind aber noch nicht vollständig zufrieden mit Kooperation Bagdads. Die Iraker übergaben den beiden am Sonntag unter anderem einige Dokumente über die verschollenen Bestände an Chemie- und Biowaffen.

HB/dpa BAGDAD/KAIRO. "Ich sehe hier, dass sie begonnen haben, ihre Meinung zu ändern", sagte der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed el Baradei, am Sonntagabend vor Journalisten in Bagdad. Der Chef der UN-Waffenkontrollkommission (UNMOVIC), Hans Blix, sprach vom "Beginn einer neuen Haltung" der irakischen Führung.

Nach Angaben von Blix übergaben die Iraker der UNMOVIC Dokumente über ihre Bestände des Nervengases VX sowie zu ihrer Anthrax- Produktion. Weitere Informationen erhielt die Kommission zur Entwicklung der irakischen Raketen vom Typ El Sumoud und El Fateh. Der Irak darf nach den UN-Sanktionen nur Raketen mit einer Reichweite von maximal 150 Kilometern besitzen.

Der UNMOVIC-Chef erklärte, sein Team wolle demnächst Bodenproben an den Orten nehmen, an denen die Iraker nach eigenen Angaben illegale Waffen vernichtet hatten. Diese Tests sollten Auskunft über die Menge und die Qualität der Massenvernichtungswaffen geben. Darauf habe man sich mit der irakischen Führung geeinigt.

"Es gibt einige positive Entwicklungen", sagte Blix. Gleichzeitig warf er dem Regime von Saddam Hussein vor, es habe die von den Waffeninspekteuren mehrfach angemahnten fehlenden Informationen über Bio- und Chemiewaffen bisher immer heruntergespielt. "Ich hoffe, ich habe hier gesehen, dass sie diese Angelegenheiten jetzt ernster nehmen", sagte Blix. Die Inspekteure hätten sich mit Bagdad darauf geeinigt, das Mandat der bei ihrem letzten Besuch ins Leben gerufenen Kommission zum Aufspüren von Raketensprengköpfen zu erweitern. Am Sonntag fand ein UNMOVIC-Team bei der Durchsuchung eines Munitionsdepots in El Tadschi nördlich von Bagdad einen weiteren leeren 122-Millimeter-Sprengkopf.

Die Iraker hätten nun eine weitere Kommission für die Suche nach fehlenden Dokumenten in Aussicht gestellt, sagte Blix. Diese solle von Amir Raschid, der einst maßgeblich an der irakischen Aufrüstung beteiligt war, geleitet werden.

Keine Einigung gebe es bislang in der Frage der Aufklärungsflüge mit U2-Flugzeugen. Bagdad wolle sich bis zum kommenden Freitag endgültig zu dieser Frage und zum Einsatz anderer Flugzeuge - etwa russischer Antonows - durch die Inspekteure äußern. Was die Befragung der irakischen Wissenschaftler angehe - lediglich fünf konnten bislang in vertraulichen Gesprächen ohne irakische Aufpasser befragt werden - so hätten die Inspekteure gute und schlechte Erfahrungen gemacht.

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