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Doll soll Werder-Modell kopieren - Identifikationsfigur

Thomas Doll soll der Thomas Schaaf von Hamburg werden. „Das ist die Idealvorstellung. Er ist als hundertprozentiger Hsver eine Identifikationsfigur und kann ein Team zusammenschweißen“, sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer bei der Präsentation von Doll.

dpa HAMBURG. Thomas Doll soll der Thomas Schaaf von Hamburg werden. "Das ist die Idealvorstellung. Er ist als hundertprozentiger Hsver eine Identifikationsfigur und kann ein Team zusammenschweißen", sagte Sportchef Dietmar Beiersdorfer bei der Präsentation von Doll.

Auch Werder Bremens Meister-Coach Schaaf hat einst als A-Jugend-und Regionalliga-Übungsleiter begonnen. Der Beginn des ersten Trainings unter dem Mecklenburger als Nachfolger von Klaus Toppmöller verzögerte sich allerdings, weil sechs Profis im Verkehrsstau steckten.

"Das ist kein Haufen, schon gar kein Sauhaufen. Das sind Jungs, die mehr Leistung bringen können. Diese abzuverlangen wird eine Riesenherausforderung sein", sagte der neue Cheftrainer bei einer Pressekonferenz. Die bis zu zwanzigminütige Verspätung einiger Spieler wollte er nicht überbewerten. "Ich gehe sehr, sehr optimistisch an die Aufgabe heran. Ich bin jemand, der Freude und Spaß vermittelt, aber auch viel abverlangt", erklärte der 38-Jährige seine Philosophie.

Er sei im Osten groß geworden und habe nicht nur die leichten Seiten des Lebens kennen gelernt. "Man darf meine lockere Art nicht unterschätzen, ich bin sehr konzentriert und konsequent", meinte der ehemalige Nationalmannschaftsstürmer, der die HSV-Amateure zwei Mal vor dem Abstieg bewahrt und in dieser Saison an die Spitze der Regionalliga-Nord geführt hat. "Ich weiß, dass ich dem Verein, bei dem ich meine schönste Zeit als Spieler verbracht habe, etwas schuldig bin. Man sollte mir nur etwas Zeit geben." Um sich bestens zu informieren, werde er auch den Kontakt zu Toppmöller suchen.

Nach seiner ersten Einheit mit der Mannschaft, in der er viel lobte und lautstarke Kommandos gab, sagte er zu seinem Konzept: "Ich habe viele Veränderungen im Kopf. Die Jungs müssen jetzt die Köpfe freikriegen, irgendwann muss es auch auswärts Klick machen." Erstmals wird Doll, der in der Saison 1990/91 vom damaligen DDR-Rekordmeister FC Dynamo Berlin an die Elbe kam und nochmals von 1998 bis 2001 für die Hanseaten stürmte, in Dortmund auf der Bank sitzen. "Das wird ein schweres Spiel, aber wir haben eine gute Mannschaft, die Potenzial für höhere Aufgaben hat", meinte der neue Hoffnungsträger.

Trotz seiner noch kurzen Trainerkarriere wird Doll mit vielen Vorschuss-Lorbeeren bedacht. "Er ist ein charakterstarker Mann, der die Aufgabe hundertprozentig lösen wird. Wie Thomas Schaaf in Bremen kennt er alle bis zum Platzwart und wird ein Vorbild sein", meinte Beiersdorfer. Für Clubchef Bernd Hoffmann soll die Ära Doll "möglichst lange dauern. Wir trauen ihm zu, dass er den Karren aus dem Dreck zieht."

Nach der Wutrede von Keeper Martin Pieckenhagen, in der er die Arbeitseinstellung seiner Berufskollegen scharf kritisierte, räumten einige Spieler Fehler ein. "Wir wissen, dass wir Mist gebaut haben. Jetzt müssen wir alles tun, um da unten herauszukommen", gelobte Sergej Barbarez Besserung. Mit dem Bosnier spielte Doll sogar noch zusammen. Mannschaftskapitän Daniel van Buyten kündigte eine interne Aussprache an.

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