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Dollar-Defizit - No Problemo!

Die Doppel-Defizite der Vereinigten Staaten sind weitaus weniger gefährlicher als bislang angenommen - argumentieren Volkswirte.

Die Höhe der amerikanischen Doppeldefizite nimmt sich besorgniserregend aus - genau so wie die Geschwindigkeit mit der sie entstanden. Manche meinen nun, dieses Problem werde zu beträchtlichen Verwerfungen an den Weltmärkten führen und schließlich zu heftigen Preiskorrekturen an den globalen Devisenmärkten. Nicht so schnell, nicht so pessimistisch - argumentieren andere. Und sie weisen auf einen wichtigen Punkt hin, der bisher in den Diskussionen nicht genügend gewürdigt wurde.

Volkswirte der Universität Santa Cruz, Kalifornien, und der Deutschen Bank verweisen darauf, dass vor allem asiatische Staaten die Defizite der Vereinigten Staaten finanzieren. Sie können das, weil sie riesige Währungsreserven in Dollar halten. Die wiederum stammen aus den Handelsüberschüssen mit den USA - die andere Seite der beunruhigenden Defizite der Vereinigten Staaten. Simpler: Amerika kauft Waren in Asien und das Geld fließt postwendend als Kredit wieder an die USA zurück.

Wo also liegt das Problem? Der an Amerika gewährte Kredit wird nicht investiert - und wirft damit Rendite ab, sondern er wird verkonsumiert. Daher - so meint US-Notenbank-Präsident Alan Greenspan zurecht - müssen die Defizite zurückgeführt werden. Dazu wird der Markt die Vereinigten Staaten vermutlich schon allein über den fallenden und damit die Importe verteuernden Dollar und steigende Zinsen bewegen.

Erratische Marktausschläge könnten so verhindert werden - vielleicht sogar ein weiteres Abgleiten des Dollar. Es wäre ein Trost für Deutschlands Exporteure und die Wirtschaft allgemein, die nach dem Beschlüssen des Vermittlungsausschusses wahrhaft jede Hilfe gebrauchen kann.

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