Dollar leidet unter Kriegsängsten
Devisenmärkte weiter im Bann der Wall Street

Die Devisenmärkte werden nach Einschätzung von Händlern am Dienstag weiter vor allem auf die Entwicklung an der Wall Street achten. Mit Kursen um 0,9830 Dollar wurde der Euro im frühen Geschäft leicht unter dem New Yorker Schluss von 0,9865 Dollar bewertet.

Reuters LONDON. Händler führten den leichten Kursanstieg des Dollar zum Euro auf Zuversicht über die Entwicklung an der Wall Street nach den Kursgewinnen vom Vortag und vom Ende der vergangenen Woche zurück. Gegenüber der japanischen Währung kletterte der Dollar um über einen halben Yen auf 124,70 Yen, dem höchsten Kurs seit vier Monaten.

In den USA treibt mit der Vorlage der Quartalsberichte von Intel, General Motors und Citigroup die Bilanzsaison ihrem Höhepunkt entgegen. Am Mittwoch werden IBM und Donnerstag Microsoft ihre Ergebnisse bekannt geben. Insgesamt werden allein in dieser Woche mehr als 100 Firmen über ihre Zwischenergebnisse berichten. Die Devisenhändler erhoffen sich auch Hinweise auf den Zustand der Konjunktur, werden sich aber vor allem an der Reaktion der Wall Street orientieren. Der Anstieg des Euro in diesem Jahr ist vor allem auch auf die Talfahrt der US-Börsen zurückzuführen.

Zudem leidet die US-Währung unter den weiterhin schwelenden Kriegsängsten. Ein Krieg gegen den Irak könnte die Ölversorgung der westlichen Welt stören und damit die Konjunktur empfindlich treffen. Die Anschläge auf Bali blieben indes ohne nachhaltige Auswirkungen auf die großen Währungen, verhinderten laut Händlern aber einen deutlicheren Anstieg des Dollar im Sog der freundlichen Kursentwicklung an den US-Börsen.

Desweiteren dürfte laut Händlern am Dienstag der Konjunkturbericht des deutschen ZEW-Insituts für Oktober im Mittelpunkt stehen, der für den Nachmittag erwartet wird. Jedes Indiz für eine zunehmende Schwäche der Konjunktur in der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone würde als Bestätigung der Forderungen nach einer Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgefasst. Von Reuters befragte Volkswirte sagen für Oktober einen Rückgang des Frühindikators auf 31,7 Punkte von 39,5 Zählern im Vormonat voraus.

Auf US-Seite stehen am Dienstag die Statistik über die Entwicklung der Lagerbestände an, die als wichtiges Indiz für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den USA gilt. Von Reuters befragte Analysten erwarten im Monatsvergleich einen Anstieg um 0,1 Prozent.

Der Yen litt laut Händlern vor allem unter der schwachen konjunkturellen Entwicklung in Japan. In ihrem Monatsbericht hatte die Bank von Japan erneut ein düsteres Bild von der Wirtschaft gemalt, die weiterhin keine klaren Anzeichen einer Erholung aufweise. Händler sagten auch, die Schwäche einiger asiatischer Währungen nach den Anschlägen auf Bali sei auch auf die japanische Währung durchgeschlagen.

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