Dollar reagiert kaum auf die Daten
US-Außenhandelsdefizit im September auf Rekordhoch

Reuters WASHINGTON. Das Außenhandelsdefizit in den USA ist im September auf einen Rekordwert gestiegen und deutet nach Einschätzung von Analysten auf eine Wachstumsverlangsamung hin. Der Druck auf die US-Notenbank Fed, die Zinsen weiter zu erhöhen, nehme dadurch ab. Das Handelsministerium teilte am Dienstag in Washington mit, das Defizit im Handel mit Waren und Dienstleistungen sei auf 34,26 Mrd. Dollar nach revidiert 29,81 Mrd. Dollar im August gestiegen. Volkswirte hatten lediglich einen leichten Anstieg auf 30,85 Mrd. Dollar prognostiziert. Vor allem die Importe seien sehr stark gestiegen, sagten die Analysten. Der Dollar reagierte jedoch zunächst kam auf die Daten. US-Staatsanleihen gaben leicht ab. Nach Angaben des Ministeriums gingen die Exporte im Berichtsmonat auf 92,36 Mrd. Dollar von revidiert 92,97 Mrd. Dollar zurück. Gleichzeitig erhöhten sich die Importe auf 126,62 Mrd. Dollar von revidiert 122,77 Mrd. Dollar.

"Das ist schlimmer als erwartet", sagte David Sloan, Volkswirt bei 4Cast in New York. Zwar gebe es einige Sonderfaktoren, aber der Anstieg der Importe sei sehr deutlich und weise auf eine Abkühlung der US-Wirtschaft hin. "Es sieht so aus als ob wir eine deutliche Revision des Bruttoinlandsproduktes bekommen werden", sagte Sloan.

Piere Ellis von Primar Decision Economics sieht nach den Zahlen den Druck für weitere Zinserhöhungen auf die US-Notenbank reduziert. Auch er rechnet auf Grund der hohen Importwerte mit einer Verlangsamung des US-Wachstums im dritten Quartal. Auch Steve Gallager, Volkswirt bei SG Cowen Securities in New York sprach von einem hohen Wert bei den Importen. Beim BIP rechnet er im dritten Quartal mit einer Wachstumsverlangsamung auf Werte um zwei Prozent statt der bislang prognostizierten 2,7 %. Für die Märkte seien die Zahlen jedoch zunächst nicht von übermäßiger Bedeutung. "Wir hatten einen überraschenden Rückgang (beim Außenhandelsdefizit) im vergangenen Monat", sagte er. Dieser Rückgang werde mit den Septemberzahlen korrigiert.

Der Dollar reagierte zunächst kaum auf das Rekord-Außenhandelsdefizit. Gegen den Yen notierte die US-Devise weiter mit Kursen knapp unter 110 Yen. Der Euro zeigte sich gegen den Dollar ebenfalls wenig verändert mit Kursen um 0,8480 $. US-Staatsanleihen tendierten im frühen US-Handel dagegen zumeist etwas leichter. Händler sagten jedoch, für diese Entwicklung könne möglicherweise die Konzentration der Marktteilnehmer auf die freundlich erwartete Wall-Street-Eröffnung verantwortlich sein. Der richtungweisende 30-jährige Bond zu 6,25 % notierte gegen 15.30 Uhr MEZ mit 6/32 im Minus bei 106-25/32 Punkten. Die Rendite stellte sich auf 5,769 %.

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