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Dollar tendiert etwas schwächer

Die Bombenanschläge in Kenia haben am Donnerstag die Aufmerksamkeit der Anleger von den jüngsten positiven US-Konjunkturdaten abgelenkt und für Nervosität am Devisenmarkt gesorgt.

Reuters LONDON. Der Dollar fiel dadurch wieder etwas zurück. Zugleich hätten die Daten zur Geldmengenentwicklung in der Euro-Zone die Erwartung einer baldigen Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) gestärkt.

Der Euro notierte am Abend mit 0,9940/48 Dollar über seinem EZB-Referenzkurs von 0,9934 (Vortag 0,9927) Dollar. Die Schweizer Währung zog um rund einen halben Rappen auf Kurse um 1,4840 Franken je Dollar an. Zur japanischen Valuta lag der Dollar kaum verändert bei 122,20 Yen. Wegen des Feiertages "Thanksgiving Day" blieben die Märkte in den USA am Donnerstag geschlossen.

"Die jüngsten starken US-Daten hatten dem Dollar spürbare Unterstützung gegeben, aber die Meldungen über Bombenexplosionen dürften weitere Kursgewinne eher verhindern", sagte Mitul Kotecha, Chef-Währungsanalyst bei Credit Agricole Indosuez. Immer wenn am Markt die Furcht vor weiteren Anschlägen steige, komme der Dollar unter Druck. "Der Anschlag in Kenia hat dem Dollar etwas von seinem Glanz genommen", fügte Steven Pearson, Stratege bei der Halifax Bank, hinzu.

In der kenianischen Hafenstadt Mombasa sind am Donnerstag zwei offenbar gezielt gegen Israelis gerichtete Anschläge verübt worden, die nach Ansicht des kenianischen Botschafters in Israel auf das Konto der Extremisten-Organisation El Kaida gehen. Bei einem Bombenattentat auf ein Hotel mit israelischen Gästen starben mindestens 15 Menschen. Nahezu zeitgleich meldete das israelische Außenministerium, beim Start einer Chartermaschine der israelischen Gesellschaft Arkia mit 140 Menschen an Bord seien zwei Raketen auf das Flugzeug abgefeuert worden, die aber nicht getroffen hätten.

Die Meldungen über die Anschläge hätten zwar für leichte Kursbewegungen gesorgt, aber insgesamt seien die Umsätze wegen des US-Feiertags "Thanksgiving" gering, sagten Händler. Rob Hayword vom Finanzkonzern ABN Amro fügte hinzu: "Die Anschläge sind mit Ausnahme von Bali dramatischer als alles andere, was in der jüngsten Zeit geschehen ist. Es gibt im Hintergrund Befürchtungen, dass an Thanksgiving in den USA etwas passieren könnte". Aber das Geschäft verläuft sehr ruhig, und die Leute warten auf die Rückkehr der USA an den Markt, vermutlich erst am Montag. Dann werde sich die Aufmerksamkeit auf den ISM-Konjunkturindex und die US-Arbeitsmarktdaten konzentrieren.

Unterdessen stärkte die EZB Händlern zufolge erneut die Erwartung der Anleger auf eine baldige Leitzinssenkung. Die Zentralbank teilte mit, dass im Vergleich zum Vorjahresmonat die Geldmenge M3 um bereinigt 7,0 Prozent nach revidiert 7,3 Prozent zugenommen habe. Der gleitende Dreimonatsdurchschnitt (August bis Oktober) betrug unverändert 7,1 Prozent und lag damit weiter deutlich über dem EZB-Referenzwert von 4,5 Prozent. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit diesen Werten gerechnet. Händlern zufolge hat der Markt eine Senkung der Leitzinsen der EZB von derzeit 3,25 Prozent um 25 Basispunkte voll eingepreist und beginnt weitere 25 Basispunkte einzurechnen. Die EZB habe deutlich signalisiert, dass sie am 5. Dezember die Zinsen senken werde.

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