Dollarschwäche belastet
Europäische Börsen: Autowerte und Versicherer im Minus

Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag nach einem lustlosen Handel überwiegend im Minus geschlossen. Händler erklärten, angesichts der Feiertage in den USA und in England am kommenden Montag hätten sich viele Marktteilnehmer bereits ins Wochenende zurückgezogen.

Reuters LONDON. Das den Markt beherrschende Thema war die Stärke des Euro zum US-Dollar, die europäische Exporteure belastet. "Falls der Dollar schwach bleibt, beginnt es richtig weh zu tun", sagte ein Händler. Auch erschwere der jüngste Anstieg des Euro einen makroökonomischen Ausblick, fügten Strategen hinzu. Der DJ Stoxx50-Index verlor rund 1 Prozent auf 2 256 Zähler.

Unter der Dollarschwäche litten vor allem die Versicherungs- und die exportorientierten Autowerte. Die Liste der Verlierer führte bei den Versicherern die niederländische Aegon-Gruppe mit einem Kursminus von 7,7 Prozent an. Deutlich schwächer waren mit Abgaben von gegen 5 Prozent die Titel der deutschen Allianz. Händler verwiesen dabei auf die Rückstufung des Wertes auf "Neutral" von "Overweight" durch die Investmentbank JP Morgan. Gemieden wurden auch Münchener Rück mit minus vier Prozent und die Aktien des Schweizer Rückversicherers Swiss Re mit Kurseinbußen von 2,6 Prozent.

Unter Druck standen bei den Autowerten die Branchenriesen Volkswagen und Daimler-Chrysler, deren Anteilsscheine sich um je rund 2 Prozent verbilligten und damit auch andere Aktien nach unten zogen. So gaben etwa Renault 2 Prozent nach. Auftrieb verliehen derweil die Titel der britischen Werbegruppe WPP und des Telekomkonzerns Vodafone.

Die LONDONER Aktienbörse büßte etwas an Terrain ein. Der FTSE-100-Index gab 0,27 Prozent auf 3 979,8 Zähler nach. Auf dem Markt lasteten vor allem Kurseinbußen bei Finanzaktien und beim schwer gewichteten Pharmatitel GlaxoSmithKline. Während etwa Versicherer Prudential 3,2 Prozent oder Bankwert HBOS 2,5 Prozent abgaben, verbilligten sich GlaxoSmithKline um 2,1 Prozent. Das Pharmaunternehmen hatte zuvor eine Anleihe am Markt plaziert. Unter Druck standen nach einer Rückstufung durch JP Morgan die Aktien des Elektronikeinzelhändlers Dixons, die 2,4 Prozent verloren. Im Vorfeld der Präsentation des Jahresausweises vom nächsten Dienstag waren im Gegensatz dazu Vodafone-Aktien gesucht; sie verteuerten sich um 2,2 Prozent. Analysten erwarten solide Ergebnisse und ein Wachstum bei den Abonnentenzahlen.

Die SCHWEIZER Aktien schlossen nach einem volatilen und trendlosen Geschäft gehalten. Der Standardwerteindex SMI notierte 0,07 Prozent fester bei 4 574 Punkten. Die höchsten Umsätze entfielen auf die Pharmawerte Roche und Novartis. Roche kletterten 1 Prozent auf 97,70 sfr. Der Pharmakonzern brachte erneut positive Meldungen von der Medikamentenfront. Die Titel des Konkurrenten Novartis gingen dagegen unverändert aus dem Handel. Mit einem Abschlag von 3,9 Prozent waren Holcim die größten Verlierer unter den Schweizer Standardwerten. Danach folgten Swiss Re mit minus 2,6 Prozent. Die anderen Versicherer Baloise, Swiss Life und Zurich verzeichneten dagegen Gewinne. Swiss Life legten nach dem 19-prozentigen Anstieg des Vortages weitere 4,6 Prozent zu.

An der Börse PARIS notierten die Standardwerte uneinheitlich. Der CAC 40-Index büßte 0,21 Prozent auf 2 897,16 Punkte ein. Auf Talfahrt befanden sich die Autowerte. Peugeot gaben 2,6 Prozent nach und Renault verbuchten einen Kursverlust von rund 2 Prozent. Den Abwärtstrend setzten die Papiere des Reifenherstellers Michelin mit Abgaben von 2,6 Prozent fort. Als Belastung erwiesen sich ausserdem die Technologietitel. So büßten die Anteilsscheine des IT-Dienstleisters Cap Gemini 2,2 Prozent ein, während sich STMicroelectronics um 0,7 Prozent ermässigten. Gesucht waren wie am Vortag Vivendi Universal.

Der AEX-Index der Börse AMSTERDAM verlor 1,65 Prozent auf 270,42 Zähler. Prozentual größter Verlierer war der Versicherer Aegon. Schwer wogen auch die Abgaben von rund 2 Prozent bei ING und KPN. Leichter präsentierten sich wie anderswo in Europa zudem die Technologiewerte ASML mit minus 2,9 und Philips, die 1,4 Prozent verloren.

An der Börse MAILAND gewann der MIB 30-Index 0,46 Prozent auf 24 405 Zähler. In der Gunst der Anleger lagen Telecom Italia, die 2 Prozent anzogen. Die Titel profitierten von Hoffnungen auf einen Aktienrückkauf vor der erwarteten Fusion. Fester waren auch IntesaBCI, Fiat und entgegen dem europäischen Trend der Versicherer Alleanza.

In MADRID schloss der Ibex 35-Index 0,45 Prozent im Plus bei 6 346,2 Zählern. Die Titel der Raumfahrt- und Windenergiegruppe Gamesa gewannen 2,5 Prozent. Gamesa bekräftigte die Absichten, seinen Raumfahrtsteil mit einer anderen Gesellschaft zu fusionieren oder abzuspalten. Auf Bergfahrt waren zudem die Indexschwergewichte BBVA und Santander Central Hispano, deren Aktien rund 1 Prozent gewannen

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Der OMX-Index der Börse STOCKHOLM notierte 0,32 Prozent höher bei 498,95 Punkten. Saab gewannen nach der Meldung über einen Auftragseingang von der australischen Armee 2,5 Prozent. Unterstützend wirkten mit einem Anstieg von 1,3 Prozent auch die Papiere des Telekomausrüsters Ericsson. In HELSINKI mussten Nokia Kursverluste von 1,5 Prozent hinnehmen.

An der Börse WIEN sank der ATX-Index 0,26 Prozent auf 1307,24 Punkte. Voest-Alpine drückten mit einem Minus von 2,4 Prozent auf den Index. VA Tech gaben ebenfalls 2,4 Prozent nach.

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