Dollarschwäche treibt an
Goldpreis steigt auf Fünf-Jahres-Hoch

Der Goldpreis ist am Dienstag in London auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren geklettert. Experten führten den kräftigen Sprung vor allem auf die andauernde Dollarschwäche, einen Mangel an Anlagealternativen und die Sorge vor einer militärischen Eskalation in Irak zurück.

HB/dpa FRANKFURT/LONDON. Der Preis für eine Feinunze Gold kletterte in London bis zum Nachmittag um 3,37 US-Dollar auf 340,15 Dollar. In der Spitze war der Preis sogar bis auf 341,10 Dollar gestiegen. Zuletzt hatte eine Feinunze Gold im Juni 1997 mehr 340 Dollar gekostet. "Zwischen Goldpreis und Dollar besteht eine sehr enge Beziehung", sagte Rohstoffexpertin Sandra Ebner von der DekaBank. Ein schwacher Dollar lasse den Goldpreis in der Tendenz steigen. Der Kurs des Euro ist am Dienstag über die Marke von 1,03 Dollar gestiegen. Damit notierte er weiter auf einem Drei-Jahres-Hoch. Zuletzt kostete ein Euro 1,0320 Dollar.

Die Dollarschwäche treibt auch nach Einschätzung von Rohstoffexperte Wolfgang Wilke von der Dresdner Bank den Goldpreis in die Höhe. An der 330-Dollar-Marke habe der Goldpreis zunächst recht lange verharrt. Doch die Irakkrise und die Schwäche an den internationalen Aktienmärkten im laufenden Jahr sorgten für eine stabile Aufwärtsbewegung. In den letzten zwei Jahren habe sich damit insgesamt ein neuer Trend etabliert.

"Gold profitiert von einem Mangel an Anlagealternativen", sagte Wilke. Er rechnet mit einer weiteren Aufwärtstendenz. "Im kommenden Jahr wird Gold 400 Dollar kosten", sagte Wilke. Für den Anleger in Europa verliere der Goldpreisanstieg aber durch die notwendige Umrechnung in Euro wieder etwas an Glanz. Dadurch werde ein Großteil der Gewinne wieder aufgezehrt.

Für zusätzlichen Angebotsdruck könnte aus Sicht von DekaBank - Expertin Ebner allerdings das im Jahr 2005 auslaufende Goldbestandsabkommen der Zentralbanken sorgen. Diese Washingtoner- Abkommen erlaubt den Zentralbanken derzeit Goldverkäufe nur bis zu einer bestimmten Höhe. Ob das Abkommen verlängert werde, sei derzeit noch ungewiss. Bei einem Einmarsch von US-Truppen im Irak seien aber selbst dann Preise zwischen 380 bis 400 Dollar je Unze möglich.

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