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Domain-Grabber holt der Staatsanwalt!

Methoden, schnelles Geld zu machen, funktionieren fast nie. Und wenn doch, sind sie meistens rechtswidrig. In manchen Fällen sind sie sogar strafbar...

Kriminell ist nach einem neuen Urteil des Landgerichts München II auch das so genannte Domain-Grabbing: In den letzten Jahren hatte eine Vielzahl findiger Köpfe bekannte Markennamen als Internet-Domains reserviert, in der Hoffnung, die Adressen später an den Markeninhaber für teures Geld verkaufen zu können. Darunter befand sich auch ein arbeitsloser Finanzangestellter, der Dutzende von Domains in seinen Besitz gebracht hatte, darunter so bekannte wie axa-colonia.net, sportschau.com, daimlerchrysler.org und valensina.com. Von den Markeninhabern forderte er für die Abtretung der Domain Beträge im Bereich von einigen Tausend DM. Einige, darunter die Brauereien Bitburger und Licher und die Firmengruppe Weka, ließen sich auf den Handel ein und bezahlten.

Ein Jahr und 10 Monate Gefängnis auf Bewährung bekam der Domain-Pirat, wobei allerdings noch einige Betrügereien in die Strafe mit einbezogen wurden. Die Münchener Richter haben den Fall beim Namen genannt: Erpressung. Bisher galt Domain-Grabbing als zivilrechtliches Problem. Die Gerichte haben die virtuellen Hausbesetzer zur Räumung ihrer Domains verurteilt und dem Spuk so ja auch schnell ein Ende gemacht - zuletzt der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung zur Marke DaimlerChrysler. Aber kriminell? In der Tat. Auch wenn viele gemeint haben, in der freien Wildbahn des Cyberspace sei alles erlaubt. Ist es nicht. Erpressung bleibt Erpressung, ob im Netz oder außerhalb.

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