Dominierende Stellung bei ERP-Software befürchtet
Sage schaltet Kartellamt gegen Microsoft ein

Der britische Software-Hersteller Sage geht auch bei der deutschen Kartellbehörde gegen die geplante Übernahme des dänischen Spezialisten für Unternehmens-Software Navision durch Microsoft vor.

Reuters FRANKFURT. Die Sage-Gruppe hat sich bereits bei den Wettbewerbsbehörden in Dänemark, Großbritannien sowie der Europäischen Union gegen die geplante Microsoft-Übernahme ausgesprochen. Die dänische Kartellbehörde habe zugesagt, die Angelegenheit zu prüfen. "Jetzt werden wir auch in Deutschland beim Kartellamt vorstellig", sagte der Sprecher. Bei den Gesprächen in Deutschland stehe das Unternehmen allerdings "noch ganz am Anfang".

"Dies ist unser Markt"

"Vor allem bei Anwendungs-Software (ERP) könnte durch die Übernahme ein neues Monopol von Microsoft entstehen", sagte Sage-KHK-Sprecher Harald Engelhardt. "Dies ist unser Markt."

ERP-(Enterprise Resource Planning-)Programme verbinden beispielsweise Produktions-, Finanz-, Personal-, Vertriebs- und Materialwirtschafts-Systeme.

Durch die geplante Übernahme von Navision für rund 1,33 Milliarden Dollar (knapp 1,5 Milliarden Euro) will Microsoft das Geschäftsfeld Unternehmens-Software für mittelgroße Firmen stärken. Durch die Zusammenlegung von Navision mit der für 1,1 Milliarden Dollar erworbenen Software-Firma Great Plains würde Microsoft zu einem der weltweit führenden Hersteller.

Umkämpfter Mittelstand

Die britische Sage Group versteht sich als der derzeit führende Hersteller betriebswirtschaftlicher Software für kleine und mittelständische Unternehmen bei Personal Computern und dem Internet. Im Geschäftsjahr 2001 wurde bei einem Umsatz von 484 Millionen Pfund ein Gewinn von 121 Millionen Pfund erwirtschaftet.

Als Hauptkonkurrent gilt derzeit vor allem die in den Niederlanden ansässige Firma Exact Software. Auch der größte europäische Software-Konzern SAP hatte zuletzt angekündigt, sein Engagement im wachstumsträchtigen Markt für mittelständische Unternehmen ausdehnen zu wollen.

Der dänische Navision-Konzern ist eigenen Angaben zufolge in 30 Ländern vertreten und erzielt 86 Prozent seiner Erlöse in Europa. In Deutschland wurden zuletzt 20 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Im jüngsten Geschäftsquartal wurden 380 Millionen Kronen (rund 51 Millionen Euro) umgesetzt.

Die Microsoft-Tochter Great Plains erzielt 80 Prozent des Umsatzes in den USA. Die Forschungseinheit von Navision in Dänemark soll Microsofts größtes Zentrum für Produktentwicklung außerhalb der USA werden.

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