Donnerstag wurde eine Reihe von Operationen verabschiedet
Israels Sicherheitskabinett will weitere Attentate verhindern

Eine Reihe von Gegenmaßnahmen sind geplant. Das Sicherheitskabinett traf sich innerhalb von 24 Stunden bereits zum zweiten Mal.

afp JERUSALEM/MOSKAU. Die israelische Regierung hat beschlossen, nicht unmittelbar militärisch auf die jüngsten Angriffe der Palästinenser zu reagieren. Israels stellvertretender Verteidigungsminister Ephraim Sneh sagte am Freitag im Armeehörfunk, es werde aber später eine "wirksamere" Reaktion geben. Das israelische Sicherheitskabinett habe am Donnerstagabend grünes Licht für eine Reihe von Operationen gegeben, um Attentate zu verhindern und deren Drahtzieher zu bestrafen. Es gehe aber nicht darum, sofort militärisch zurückzuschlagen. Vielmehr müsse "intelligenter und wirksamer" reagiert werden, um auf israelischer Seite so wenig Schaden wie möglich zu verursachen. Der Besuch von Palästinenserpräsident Jassir Arafat in Moskau wird nach Angaben der dortigen palästinensischen Botschaft am Freitag nur sechs Stunden dauern nicht drei Tage, wie zuvor vom Kreml angekündigt.

Sneh war vor der Sitzung des Sicherheitskabinetts in Eres mit Arafats Stabschef Tajeb Abdelrahim zusammengetroffen, um über eine Eindämmung der Gewalt zu sprechen. Das Sicherheitskabinett bevollmächtigte Ministerpräsident Ehud Barak einstimmig, ohne vorherige Konsultationen Vergeltungsangriffe gegen die Palästinenser anordnen zu können. Barak ist zugleich Verteidigungsminister.

Das Sicherheitskabinett war am Abend zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden zusammengetreten, um über die Reaktion Israels nach dem Attentat auf einen jüdischen Pendlerbus zu beraten. Bei dem Anschlag in der Stadt Hadera im Norden von Tel Aviv waren am Mittwoch zwei Israeli getötet und mindestens 50 verletzt worden. Am Donnerstag waren ferner zwei israelische Soldaten getötet worden. Das Sicherheitskabinett hatte seine erste Sitzung am Mittwochabend ohne Ergebnis vertagt.

Kurzbesuch von Arafat in Moskau

Arafat könne zum derzeitigen Zeitpunkt nicht drei Tage lang in Moskau bleiben, teilte die palästinensische Botschaft in Moskau mit. Bei dem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml wollten beide Politiker über die Lage im Nahen Osten beraten. Arafat hatte Putin in einer Eilbotschaft am Mittwoch aufgefordert, die diplomatische Initiative im Nahost-Konflikt zu ergreifen und alles zu tun, um "israelische Angriffe gegen das palästinensische Volk" zu stoppen. Russlands Einfluss in der Krisenregion gilt allerdings als gering: An dem Gipfel im ägyptischen Scharm el Scheich Mitte Oktober etwa nahm kein russischer Vertreter teil.

Ein Palästinenser erlag am Freitag seinen Schussverletzungen, die ihm israelische Soldaten in Dschenin im Westjordanland zugefügt hatten. Das teilte das Krankenhaus in Nablus mit. Damit stieg die Zahl der Toten seit dem Beginn der Unruhen Ende September auf 270. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um Palästinenser.

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