Doping auf der Tour
Im Zweifel schuldig

Ein Verdacht reicht mittlerweile aus, um vom größten Radrennen der Welt ausgeschlossen zu werden. Erst vor zwei Tagen bekamen das zwei weitere Tour-Teilnehmer zu spüren. Wie die Tour Dopingdiskussionen verhindern will.
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LIMOGES. Im Pariser Vorort Issy les Moulineaux, in den Büroräumen der veranstaltenden Organisation der Tour de France, traf am Samstagvormittag ein Fax aus Padua ein. Glaubt man Tour-Direktor Jean Marie Leblanc, war das Büro am Samstag nicht besetzt. Und so fand man das Schreiben des Staatsanwaltes Luigino Lambranzo erst am Montag, am Ruhetag. Das war auch irgendwie angenehm. Die Nachricht, die das Fax enthielt, hätte vermutlich schöne Reportagen von spannenden Etappen am Wochenende verhindert.

Lambranzi wollte Leblanc mitteilen, dass gegen die Radprofis Stefano Casagrande (Italien) und Martin Hvastia (Slowakei) in Padua ein Verfahren wegen Dopings eingeleitet wird. Leblanc nutzte daraufhin die Bühne des freien Tages und setzte sich im Pressezentrum von Limoges wirkungsvoll als Doping-Hardliner in Szene. Er habe, verkündete er, den Teams erklärt, dass die Fahrer unerwünscht seien. Am Dienstag früh fuhren beide heim, nicht jedoch, ohne Leblanc ein juristisches Nachspiel anzudrohen.

Casagrande und Hvastia waren bereits die Fahrer vier und fünf, die Leblanc während dieser Tour nach Hause geschickt hat. Zunächst wurde der Baske Gorka Gonzalez nach der Blutkontrolle beim Tour-Start heimgeschickt - obwohl ihm nichts nachgewiesen werden konnte. Dann musste der Italiener Danilo Di Luca abreisen, weil gegen ihn in Italien ermittelt wird. Christophe Brandt (Belgien) wurde als Einziger der fünf Verbannten aktuell positiv getestet - ihm wurde die Einnahme von Methadon nachgewiesen.

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