Doping: Epo-Tests gibt es nur während der Olympischen Spiele
Die Illusion vom sauberen Sport

Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City spielt das Thema Doping keine große Rolle, gerade die Abschreckung mit etwas 1300 Kontrollen auf das Blutdopingmittels Erythropoietin (EPO) gilt als vorbildlich.

HB SALT LAKE CITY. Damit suggeriert das Internationale Olympische Komitee (IOC) der Öffentlichkeit, dass Epo-Sünder keine Chance mehr hätten. Eine Fehleinschätzung: Denn im normalen Trainingsbetrieb wird nur in Australien weltweit auf dieses Blutdopingmittel kontrolliert. Da Epo nur kurze Zeit nachweisbar ist, kann es von den Sportlern gefahrlos im Training genutzt werden, bei Olympia wissen die Athleten dann, dass sie kontrolliert werden.

Professor Wilhem Schänzer, der Leiter des Kölner Doping-Kontroll-Labors, erklärt das: "Es ist so, dass IOC hat die Kontrollen, einen Blut- und einen Urintest, erst seit November letzten Jahres zugelassen. Im Augenblick wird noch von der Anti-Doping-Kommission entschieden, wer die entsprechenden finanziellen Mittel zur Verfügung stellt, damit das hier in Deutschland schnell eingeführt wird."

Schänzer räumt ein, dass diese Kontrollen zusätzliche finanzielle Mittel erfordern werden, schließlich ist der Urintest nicht nur zeitaufwändig, sondern auch wesentlich teurer als Analysen auf andere verbotene Mittel.. Das kann die Einführung verzögern, schließlich wird auch die seit langem diskutierte Gründung der Nationalen Anti-Doping-Agentur wegen der fehlenden Gelder immer wieder herausgeschoben wird.

Neben der Bewilligung zusätzlicher Gelder gibt es noch ein anderes Problem, in den deutschen Labors in Köln und Kreischa können nur die Blutscreenings durchgeführt werden. Der aufwändige direkte Nachweis von Epo mit einem Urintest ist in deutschen Labors noch nicht möglich, bestätigt Schänzer. "Im Moment ist angedacht, dass wir positive Befunde in einem der Labors, die die Methode schon beherrschen, durchführen lassen."

Also wäre der Urintest nur in Lausanne, Paris, Oslo und Sydney und Los Angeles möglich. Das birgt ein zusätzliches Risiko. Bei dem Transport von einem Labor zum anderen geht wichtige Zeit verloren. Denn das Epo baut sich im Urin sehr schnell ab, und theoretisch könnte nach einem positiven Bluttest auf Grund des Zeitfaktors die B-Probe schon wieder negativ sein.

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