Archiv
Doppel-As Waske weckt doppelte Hoffnung im Daviscup

Aus dem einstigen Problemfall des deutschen Daviscup-Tennis ist dank Alexander Waske ein Luxusproblem geworden.

dpa BRATISLAVA. Aus dem einstigen Problemfall des deutschen Daviscup-Tennis ist dank Alexander Waske ein Luxusproblem geworden.

Mit einer grandiosen Vorstellung hat der Hesse im Zitterspiel von Bratislava nicht nur Thomas Haas zum Sieg über die Slowaken Dominik Hrbaty/Karol Kucera getrieben, sondern auch die lange Jahre vergebliche Suche nach einem konkurrenzfähigen Doppel für erledigt erklärt. "Es ist doch gut für Patrik, dass er jetzt Alternativen hat. Das ist doch ein schöner Luxus."

Vielleicht war es das Spiel seines Lebens, dass der 29-Jährige aus Frankfurt am Main auf dem roten Hartplatz im top-modernen Tennis-Center der slowakischen Hauptstadt geliefert hat. Mutig, selbstbewusst und hoch motiviert trumpfte das Doppel-As auf und sorgte für den ersehnten zweiten Punkt im Kampf um die Rückkehr ins Tennis-Oberhaus.

Dabei ist es gerade erst eine Woche her, dass sich Team-Kapitän Patrik Kühnen vor den Trümmern seiner Doppel-Pläne wähnte. "Da habe ich nach Athen gedacht, endlich ein Weltklasse-Doppel zu haben. Und dann das", sagte der Bundestrainer, nachdem er die Kunde vom Ausfall seines olympischen Silber-Duos Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler zu verdauen hatte. Doch in der Not erinnerte sich der dreimalige Daviscupsieger an die Partie gegen Israel kurz vor Ostern, als Haas und Waske ein fast verlorenes Match noch umgebogen haben.

"Das war der Beginn dieses Doppels", meinte Kühnen, der nach dem Matchball wie Haas freudetrunken über den nur in dieser Szene am Boden liegenden Waske herfiel. "Das habe ich als Teamchef noch nie gemacht." Eindrucksvoller hätte das Lob des Bundestrainer kaum sein können, der im fünften Satz seinen Teil zum schließlich noch am seidenen Faden hängenden Erfolg beigetragen hatte. "Patrik hat uns angebrüllt und wäre beinahe auf den Platz gehüpft", erzählte Waske. "Das war super. Danach haben wir prompt das Break geschafft."

Wem der Jubel an diesem Tage mehrheitlich gebührte, war auch für Haas keine Frage. Selbstlos überließ er Waske die Bühne und freute sich mit dem Partner, der in den vergangenen Monaten zum Freund geworden ist. Aber der Doppel-Spezialist, der mit 62 691 Dollar ein Achtel dessen verdient hat, was der ungleich erfolgreichere Haas in diesem Jahr eingestrichen hat, weiß allzu gut, dass andere Zeiten folgen werden. "Wenn Nicolas und Rainer fit gewesen wären, hätten sie gespielt, ist doch klar. Aber das hätten sie auch verdient gehabt."

Kampflos will er seinen Platz im Daviscup-Team trotzdem nicht aufgeben. Kühnen darf sich glücklich schätzen, einen Spieler zu haben, der mehr noch als die anderen den Teamgeist lebt. "Es spornt mich an, wenn alle auf mich zählen", sagte Waske. "Ich will in die Weltgruppe und endlich wieder große Spiele in Deutschland vor 10 000 Menschen sehen." Sein Teil hat er dazu beigetragen und überdies für ein unverhofftes Luxus-Problem gesorgt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%