Doppel-Erfolg für Bentley
Missgeschick beendet Bielas Rekord-Traum

Der dreimalige Le-Mans-Sieger aus Neuss, Frank Bielader, beim 24-Stunden-Rennen als erster Pilot der Motorsport-Geschichte den Langstrecken-Klassiker zum vierten Mal in Serie hätte gewinnen können, blieb am Samstagabend in der 29. Runde ohne Benzin im Tank stehen.

dpa LE MANS. Ein Missgeschick hat die Rekord-Träume des Audi-Piloten Frank Biela beendet, die britische Nobelmarke Bentley hingegen feierte beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem Doppel-Erfolg den ersten Sieg seit 1930. Der dreimalige Le-Mans- Sieger Biela, der am Wochenende mit einem vierten Sieg in Serie bei dem berühmten Langstrecken-Klassiker Motorsport-Geschichte hätte schreiben können, blieb in der 29. Runde ohne Benzin im Tank stehen.

"Es tut mir unheimlich Leid für das Team", erklärte der 39 Jahre alte Routinier aus Neuss, "ich bin extrem enttäuscht." Die erfolgreichsten deutschen Fahrer bei der 71. Auflage des traditionsreichen Rennens waren der Dortmunder Audi-Pilot Marco Werner auf Platz vier der Gesamtwertung sowie Lucas Luhr (Koblenz) und Sascha Maassen (Aachen). Die Porsche-Fahrer holten mit einem 14. Gesamtplatz den Sieg in der GT-Klasse für seriennahe Sportwagen.

An Stelle von Biela feierte sein Ex-Teamkollege Tom Kristensen am Sonntag als erster Pilot der Motorsport-Historie den vierten Le-Mans- Sieg hintereinander. "Es ist fantastisch, ich freue mich so für das Team und danke allen, die so hart gearbeitet haben", sagte der Däne. Ihm gelang sein insgesamt fünfter Erfolg an der Sarthe. Kristensen gewann zusammen mit seinen Bentley-Partnern Rinaldo Capello (Italien) und Guy Smith (Großbritannien) nach 377 Runden und über 5000 km vor dem zweiten Team der "Bentley-Boys" mit dem Australier David Brabham und den Engländern Mark Blundell und Johnny Herbert. Dahinter folgten zwei R8 von Audi.

Audi, das in den Vorjahren in Le Mans dominiert hatte, hatte sich nach drei Mehrfachsiegen 2000, 2001 und 2002 als Werksteam zurück gezogen. Diesmal waren die Ingolstädter als Motorenlieferant für Bentley, das wie die Ingolstädter zum VW-Konzern gehört, sowie mit drei privaten Kunden-Teams vertreten. Das Kunden-Team ADT Champion Racing belegte mit Stefan Johansson (Schweden), JJ Lehto (Finnland) und Emanuele Pirro (Italien) Rang drei. Der Audi R8 des japanischen Goh

-Teams mit Marco Werner, Seiji Ara (Japan) und Jan Magnussen (Dänemark) fiel in der Nacht auf Platz vier zurück.

Das ungewöhnliche Aus für Frank Biela führte zu Spekulationen. Als der Wahl-Monegasse, der für eines der drei Audi-Kundenteams gestartet war, nach 28 Runden zum planmäßigen zweiten Tankstopp in die Boxengasse habe einbiegen wollen, habe ihm ein anderes Auto den Weg versperrt, teilte das Unternehmen am Abend mit. Der Vorjahressieger habe eine Kollision vermeiden können, aber die Boxeneinfahrt verpasst. So begann der zu dieser Zeit fünftplatzierte Biela eine weitere Runde und blieb etwa drei Kilometer vor der Box mit leerem Tank stehen. "Ich kann es nicht fassen", sagte der ehemalige Audi - Chef Franz-Josef Paefgen. Sogar die Konkurrenz litt mit. "Frank hat mein volles Mitgefühl. Ich kann gut nachvollziehen, wie es einem Fahrer geht, wenn ihm so etwas passiert", so Bentley-Pilot Brabham.

Biela, der bis zum ersten Stopp 13 Runden absolviert hatte, hatte im zweiten Abschnitt fast 15 Runden hinter sich, als er sich den Boxen näherte. Er lief auf ein Panoz-Fahrzeug auf; ein Überholversuch misslang. "Ich wollte links vorbei und war überrascht, dass er so gut beschleunigte. Ich war neben dem Panoz, und plötzlich war die Boxeneinfahrt blockiert." Biela, der seit 1991 für Audi fährt, versuchte noch vergeblich, mit Hilfe des Anlassers zur Box zu kommen.

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