Doppel-Olympiasiegerin Flessel gedopt
Skandal erschüttert Fecht-WM

Doppel-Olympiasiegerin Laura Flessel aus Frankreich ist nach einem Bericht der französischen Zeitung "L'Equipe" (Freitag-Ausgabe) der Einnahme des verbotenen Stimulanziums Koramin Glukose überführt worden.

HB LISSABON. Die Degenfechterin bestätigte, dass sie und das gesamte Team das aufputschende Mittel beim Mannschafts-Weltcup in Malaga am 26. Mai von der medizinischen Abteilung bekomme habe.

Dennoch könnte die dreimalige Weltmeisterin am Sonntag in Lissabon im Einzel wieder um Medaillen kämpfen. Nach den Regularien des Internationalen Fecht-Verbandes (FIE) kann erst nach der B-Probe eine Sperre verhängt werden. Doch die steht noch aus.

"Ich bin keine Betrügerin"

Der Teamarzt des Französischen Fecht-Verbandes (FFE), David Soulier, habe der Mannschaft im besten Glauben das Mittel gegeben, sagte Flessel in einem Interview mit der "L'Equipe". "Ich verlange nun vom Verband, dass er den Fehler wieder gut macht", meinte Flessel. Ein zweiter Athlet sei zudem getestet worden, die Ergebnisse lägen aber noch nicht vor.

Die Vize-Weltmeisterin von Nimes im vergangenen Jahr, als sie nach einer Schwangerschaftspause erst im Finale von Claudia Bokel (Bonn) geschlagen werden konnte, weist die Schuld entschieden von sich. "Ich bin keine Betrügerin." Seit zehn Jahren sei sie sauber, betonte Flessel, "meine Ehre und meine Integrität müssen auch intakt bleiben". Meistens sei sie es sogar, die ihre Kolleginnen dafür sensibilisiere, was sie einnehmen. "Und nun bin ich es, der so etwas passiert!"

Flessels Konkurrentin zeigt sich erschüttert

Völlig überrascht und erschüttert zeigte sich Flessels Bezwingerin aus dem Vorjahr. "Ich bin froh, dass ich sie im letzten Jahr geschlagen habe. Ich weiß, dass ich sauber war und auch ohne Doping Weltmeisterin werden kann", sagte Bokel am Freitag. Die Bonnerin pausiert in Lissabon. Dass ein Mannschaftsarzt Pillen verteile, sei nicht üblich. "Und ich glaube auch nicht, dass sie so blauäugig ist, einfach so etwas einzunehmen." Das lange Zeit im motorisch versierten Fechtsport als nicht sinnvoll angesehene Doping mit stimulierenden Mitteln schloss Bokel nicht mehr aus. "Fechten wird immer athletischer und ich kann mir schon vorstellen, dass es in den nächsten Jahren Dopingfälle geben wird.

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