Doppelrolle von J.P. Morgan
J.P. Morgan Chase will Enron verklagen

Die amerikanische Großbank will von Enron die Rückzahlung von 2,1 Mrd. Dollar einklagen. Dabei soll es sich um Gelder handeln, die nicht an dem Konkursverfahren beteiligt seien und nicht unter Gläubigerschutz stünden.

dpa/vwd NEW YORK. Die Bank habe die Kredite an drei Enron-Sparten vergeben, die nicht an dem Konkursverfahren von Enron beteiligt seien und nicht unter Gläubigerschutz stünden, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf die Klagepapiere. Enron habe die Forderung nach Rückgabe der Mittel oder Informationen im Hinblick auf die Vermögenswerte abgelehnt, hieß es.

Wie das "Wall Street Journal" (WSJ) in seiner Mittwochausgabe berichtet, veranschaulicht die Doppelrolle von J.P. Morgan Chase als Verfechter der Gläubigerinteressen und als Finanzierungspartner nach dem Konkurs die Verworrenheit des Enron-Falles. J.P. Morgan Chase führt ein Konsortium an, welches 1,5 Mrd USD zur Finanzierung der Weiterführung und Umstrukturierung von Enron bereitstellt

Enron hatte Anfang Dezember den größten Konkursantrag in der US-Geschichte mit Schulden von mindestens 30 Mrd. Dollar und Vermögenswerten von rund 50 milliarden Dollar gestellt.

In einem Ausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses sollten am Mittwoch Enron-Anhörungen beginnen. Das Unternehmen war bereits von zahlreichen Aktionären und Mitarbeitern verklagt worden.

Darüber hinaus gehöre J.P. Morgan Chase zu den drei Banken, die mit Enron die Gründung eines Joint Ventures zur Fortführung des Energiehandels-Geschäfts erwägen. Vertreter von J.P. Morgan Chase und Enron verwiesen darauf, die Einreichung beim Konkursrichter durch die Bank sei formaler Natur und sei kein Hinweis auf einen Bruch zwischen den Unternehmen, schreibt das WSJ.

Der Einreichung zufolge habe Enron ihre zahlreichen Tochtergesellschaften dazu genutzt, Schulden und Vermögenswerte nicht in den eigenen Büchern erscheinen zu lassen, schreibt die Zeitung. Enron habe den Tochtergesellschaften zu Krediten von J.P. Morgan Chase und anderen Banken verholfen, damit diese Forderungen von Enron erwerben konnten. Enron habe es versäumt, diese Vermögenswerte zu übergeben oder die Gläubiger über die Zusammensetzung ihrer Assets zu informieren, laute der Vorwurf der J.P. Morgan Chase. Vor zehn Tagen hatte der Energiehändler Gläubigerschutz nach Chapter elf des US-Konkursrechts beantragt und damit den Schutz vor dem Zugriff seiner Geldgeber erlangt.

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