Doppelschlag
Ausverkauf bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank hat am Dienstag ihre Verkäufe von Beteiligungen und Randaktivitäten mit einem Doppelschlag vorangetrieben. Teile der Wertpapierdienst-Sparte werden für 1,5 Milliarden Dollar (knapp 1,5 Milliarden Euro) an die US-Spezialbank State Street Corporation verkauft. Zuvor hatte der Branchenprimus seinen 7,5-prozentigen Anteil am Autozulieferer Continental für 142 Millionen Euro an institutionelle Anleger veräußert. Mit den zuletzt beschleunigten Verkäufen sollen die Ertragseinbrüche zumindest teilweise aufgefangen werden.

HB/dpa FRANKFURT. Mit State Street seien entsprechende Verträge unterzeichnet worden, teilte das Geldhaus in Frankfurt mit. Die betroffenen 3200 Mitarbeiter würden von den Amerikanern übernommen. Von der hannoverschen Continental AG seien 10,1 Millionen Aktien zum Preis von 14,10 Euro weltweit an institutionelle Investoren verkauft worden, hieß es. Der Erlös wird nach Angaben eines Sprechers nur zum Teil in die Gewinn- und Verlustrechnung einfließen. Nach dem Conti-Verkauf bleiben nur noch Daimler-Chrysler und die Allianz als wichtige Beteiligungen übrig. An dem Stuttgarter Autohersteller hält das Geldinstitut zwölf Prozent, an der Allianz noch 3,6 Prozent.

Der vereinbarte Kaufpreis für die Wertpapierdienste könne sich noch leicht reduzieren, wenn sich das Verkaufsvolumen ändere, betonte ein Sprecher. Derzeit ist vorgesehen, State Street die Verwaltung von Vermögen institutioneller Anleger in Höhe von 2,2 Billionen Euro zu übertragen. Zudem sollen noch andere Dienstleistungen für Investoren rund um das Wertpapiergeschäft an den US-Dienstleister gehen. Lediglich das Verwahrgeschäft inländischer Aktien in Kontinentaleuropa, Asien und Lateinamerika bleibt bei der Deutschen Bank. Der Umsatz der veräußerten Geschäftsfelder soll sich 2002 auf 700 Millionen Euro belaufen.

Die Aktie der Deutschen Bank profitierte am Dienstag von beiden Transaktionen. Der Aktienkurs stieg bis zum Nachmittag um fast drei Prozent auf 48,6 Euro. Die Continental-Aktie zog zeitweise um bis zu sieben Prozent auf 15,1 Euro an.

Im Oktober hatte das Geldhaus bereits seinen Anteil an der Deutschen Börse für rund 360 Millionen Euro abgestoßen. Auch die Aktien der Münchener Rück wurden bereits zu Geld gemacht. Aus Finanzkreisen verlautete zuletzt, dass derzeit mit dem niederländischen Institut NIB Capital über einen Verkauf von Firmenbeteiligungen im Wert von 2,5 bis 3 Milliarden Euro der Tochter DB Capital Partners gesprochen werde. Daneben soll die europäische IT-Infrastruktur an IBM ausgegliedert werden.

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