Doppelwahl in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
Am Sonntag wird es spannend: 10 Millionen Menschen sind zu Landtagswahlen aufgerufen

Mehr als 10 Millionen Wahlberechtigte sind am Sonntag zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aufgerufen. Der Ausgang der Doppelwahl im Südwesten wird von allen Parteien mit Spannung erwartet, zumal ihm auch erhebliche bundespolitische Bedeutung beigemessen wird.

ap STUTTGART/MAINZ. In Baden-Württemberg kämpft der mit Hilfe der FDP regierende CDU-Politiker Erwin Teufel um seine Bestätigung als Ministerpräsident, in Rheinland-Pfalz der SPD-Politiker Kurt Beck als Chef der einzigen sozialliberalen Koalition.

In Baden-Württemberg sind am Sonntag rund 7,4 Mill. Wahlberechtigte zur Neuwahl des Landtags aufgerufen. In das Rennen um die 120 Mandate gehen 16 Parteien und acht Einzelbewerber. Seit 1996 regiert in Stuttgart eine CDU/FDP-Regierungskoalition unter Führung Teufels. Der 61-jährige Ministerpräsident wird von der 36 Jahre alten SPD-Landesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Ute Vogt herausgefordert.

Die Sozialdemokraten wollen sich die Regierungsbank mit den Grünen teilen und bei Bedarf auch die Liberalen für eine Ampelkoalition mit ins Boot holen. Die FDP mit Wirtschaftsminister Walter Döring an der Spitze hat sich aber schon lange auf eine Fortführung des Bundnisses mit der CDU festgelegt und anderen Koalitionen eine klare Absage erteilt. Vogt hat aber auch ein Zusammengehen mit der CDU bei entsprechenden Mehrheiten nicht völlig ausgeschlossen. Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren kam die SPD nur auf 25,1 % der Stimmen, die CDU auf 41,3 %, die Grünen auf 12,1 %, die FDP auf 9,6 % und die rechtsradikalen Republikaner auf 9,1 %.

In Baden-Württemberg werden 70 von 120 Kandidaten direkt gewählt

In Baden-Württemberg hat jeder Wähler eine Stimme, die sowohl für die Partei als auch den jeweiligen Kandidaten zählt. 70 der 120 Parlamentarier werden direkt gewählt. Die übrigen 50 Mandate werden anhand der Gesamtergebnisse der Parteien oder Wählervereinigungen vergeben.

In Rheinland-Pfalz war die Zahl der Wahlberechtigten noch nie so hoch wie am Sonntag. Erstmals sind mehr als drei Millionen Menschen aufgerufen, den neuen Mainzer Landtag zu wählen. Sie haben die Auswahl zwischen insgesamt zehn Parteien und Listenverbindungen. Die von Beck angeführte SPD kam vor fünf Jahren auf 39,5 % und ist nach den Umfragen optimistisch, ihre führende Stellung halten zu können. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Christoph Böhr hat nach einem lange Zeit flauen Wahlkampf in den letzten Tagen vor der Wahl stark aufgedreht und sowohl eine Kampagne gegen die Rentenreform der rot-grünen Bundesregierung als auch eine Unterschriftensammlung gegen Bundesumweltminister Jürgen Trittin gestartet.

Mainzer FDP will Koalition mit SPD fortsetzen

Die FDP, die bei der Wahl vor fünf Jahren 8,9 % erzielte, will mit ihrem mittlerweile in den Bundestag gewählten Landesvorsitzenden Rainer Brüderle die einzige Koalition der Partei mit der SPD in einem Bundesland fortsetzen. 1991 kam sie landesweit auf 9,8 %. In Rheinland-Pfalz wird ähnlich wie bei Bundestag mit Erst- und Zweitstimme gewählt. Die Grünen, die vor fünf Jahren 6,9 % erzielten, gehen wie die CDU als Oppositionspartei in die Landtagswahl. Erstmals treten in Rheinland-Pfalz auch die Freien Wähler bei einer Landtagswahl an.

Nach den Entscheidungen im Südwesten am Sonntag steht in diesem Jahr nur noch die Landtagswahl am 23. September im Stadtstaat Hamburg an.

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