Dortmund und Bayer spielen nur remis
Bayern München zurück im Titelrennen

Die vermeintlich Enteilten zittern, der Titelverteidiger bläst zur immer erfolgreicheren Aufholjagd. "Wir werden wieder um die Meisterschaft mitspielen", frohlockte Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß nach dem 2:0-Erfolg seiner Fußball-Profis am Samstag beim VfB Stuttgart.

dpa DÜSSELDORF. Die vermeintlich Enteilten zittern, der Titelverteidiger bläst zur immer erfolgreicheren Aufholjagd. "Wir werden wieder um die Meisterschaft mitspielen", frohlockte Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß nach dem 2:0-Erfolg seiner Fußball-Profis am Samstag beim VfB Stuttgart. Mit "zauberhaften" Kabinettstückchen wie dem Hackentrick-Pass von Giovane Elber auf den Torschützen Roque Santa Cruz schleicht sich der Champions-League-Gewinner langsam Richtung Spitze. Der Weltpokalsieger ist nach dem 25. Spieltag schon Dritter (47 Punkte) und will versuchen, so Mehmet Scholl, "das einfach auszunutzen".

Damit sprach "Irokese" Scholl, der mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 2:0 traf, die Schwächen der Konkurrenz an. "Wir eiern hier rum. Ich kann das nicht verstehen", schimpfte Nationalspieler Michael Ballack nach dem 2:2 von Bayer Leverkusen (50 Punkte) beim SC Freiburg. Klein beigeben will bei Bayer aber keiner: "Wir wollen das ganz große Ding schaffen", erneuerte Torjäger Ulf Kirsten die Kampfansage an die Bayern, obwohl die Nerven der Leverkusener offenbar blank liegen. "So haben wir einfach keine Chance, Meister zu werden", zeigte der künftige Bayern-Spieler Ballack seinen Bayer - Kollegen verbal die Gelbe Karte.

Wesentlich kräftiger als Leverkusen, das einen 0:2-Rückstand wenigstens noch egalisierte, blamierte sich Pokalsieger FC Schalke 04 (45 Punkte). Die "Königsblauen" erlebten bei Energie Cottbus das von Manager Rudi Assauer prognostizierte "Schweinespiel", verloren 0:2 und büßten nach der ersten Rückrunden-Niederlage wertvollen Boden ein. Die Lausitzer stellten mit dem vierten Heimsieg in Serie einen persönlichen Bundesliga-Rekord auf und strotzen momentan vor Selbstbewusstsein: "Für die Psyche ist es gut, dass wir eine große Mannschaft geschlagen haben", meinte Trainer Eduard Geyer.

Dies wäre um ein Haar auch dem FC St. Pauli bei Borussia Dortmund gelungen. Bis zur 83. Minuten führten die Hamburger Abstiegskandidaten, bevor Amoroso per Foulelfmeter noch die totale Blamage verhinderte und ein 1:1 rettete. Auch der 1. FC Kaiserslautern tat sich schwer: Erst sechs Minuten vor Schluss gelang Vratislav Lokvenc das 3:2 gegen den VfL Wolfsburg.

Fast bodenlos dagegen ist der psychische Zustand der Balltreter beim Bundesliga-Premierenmeister: Der 1. FC Köln ist der traurigste Rekordverein im deutschen Oberhaus. Erst nach 1034 Minuten beendete FC-Libero Thomas Cichon mit dem 1:1 gegen einen unter Interimscoach Falko Götz erstmals schwächelnden UEFA-Cup-Anwärter Hertha BSC Berlin (43 Punkte) die Torflaute. Jetzt ist Köln "besser" als der 1. FC Saarbrücken, der es in der Saison 1992/93 auf 964 Minuten ohne Treffer brachte. "Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel", grämte sich Cichon, für den es im 101. Bundesligaeinsatz das erste Tor überhaupt war. Mit dem neuen Trainer Friedhelm Funkel und dem am Sonntag vorgestellten neuen Sportdirektor Andreas Rettig plant Köln nach dem elften Spiel hintereinander ohne Sieg für die 2. Liga.

Der 38-jährige Rettig muss dies gleich bei zwei Clubs tun, denn sein derzeitiger Arbeitgeber SC Freiburg fiel nach dem 2:2 gegen Leverkusen hinter Hansa Rostock (0:2 bei 1860 München), Cottbus und den 1. FC Nürnberg (1:3 beim Hamburger SV) erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz. Kapitän Richard Golz bleibt trotz Rang 16 Optimist: "Ich bin zu einhundert Prozent überzeugt, dass wir drin bleiben." Immer mehr ans Drinbleiben darf auch der ewige Pessimist Hans Meyer glauben: Seine Borussia aus Mönchengladbach gewann mit dem 1:0 gegen Werder Bremen das dritte Heimspiel nacheinander und verhalf dem Coach zu einer "äußerst luxuriösen Situation". Als Zwölfte (27 Punkte) schielen die Gladbacher Richtung Mittelfeld. Bremen (40) verliert nach dem schlechtesten Rückrundenstart der Clubgeschichte im Kampf um das internationale Geschäft langsam den Anschluss.

Beim Nord-Konkurrenten Hamburger SV erklärte Kurt Jara nach dem Sieg gegen Nürnberg den Abstiegskampf für beendet. Für "Club"-Coach Klaus Augenthaler hat der nach dem kleinen Zwischenhoch mehr denn je begonnen: "Das war blauäugig und unerfahren. Wir haben uns heute selbst geschlagen", schimpfte "Auge" nach vielen Aussetzern seiner Elf.

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