Dortmunder Fußballklub kann mit Bruttoerlös von bis zu 195 Millionen Euro rechnen
Ansturm auf die Borussia-Aktie bleibt aus

ebe FRANKFURT/M. Der erste Börsengang eines deutschen Fußballklubs soll Borussia Dortmund Pioniergewinne einbringen. Für elf bis 13 Euro können Fußballfans und Investoren seit gestern Aktien des Bundesligaklubs Borussia Dortmund (BVB) zeichnen. Auf Basis dieser Bookbuilding-Spanne könne der Verein mit einen Bruttoerlös von 149 bis 195 Mill. Euro rechnen, teilte die federführende Deutsche Bank in Frankfurt mit. Insgesamt wird der Fußball-Bundesligist mit 220 bis 260 Mill. Euro bewertet.

In Bankenkreisen wird die Bewertung als "überaus hoch" eingestuft. "Die Aktie ist viel zu teuer. Als strategisches Investment kommt das für uns nicht in Frage", hieß es bei einer großen deutschen Fondsgesellschaft. Thomas Dörflinger, Fußball-Experte bei der Landesbank Baden-Württemberg, hält den Preis für "sehr ambitioniert". Die Bewertung stelle den BVB "fast auf eine Stufe mit Manchester United". Mit Problemen, die bis zu 15 Millionen Aktien an den Mann zu bringen, rechnen die Beteiligten allerdings nicht. Paul Lerbinger, Managing Director der Deutschen Bank: "Die bisherige Nachfrage stimmt uns optimistisch."

Am ersten Tag der Zeichnungsfrist war von Euphorie um BVB-Aktien allerdings keine Spur: Im vorbörslichen Handel bezeichneten Börsianer die Nachfrage als mäßig. Dortmund will mit dem Emissionserlös fußballnahe Bereiche ausbauen und künftig auch mit Immobilien, Internet und Sportkleidung Geld verdienen. Doch die größten Erlöse bringt die Champions League, in der der BVB in diesem Jahr aber nicht vertreten ist.

Dass Fußballaktien stark am sportlichen Erfolg hängen, zeigt ein Blick ins europäische Ausland: Viele der 32 gelisteten Klubs notieren unter ihrem Ausgabekurs - auch weil sportliche Pleiten sich überaus schnell auf die Notierung niederschlagen. So musste Lazio Rom im vergangenen Jahr die sicher erwartete Meisterschaft noch aus den Händen geben. Die Aktien des Vereins verloren daraufhin innerhalb weniger Tage mehr als zwei Drittel ihres Wertes. Solche Szenarien haben Fußballaktien den Ruf von Zockerpapieren eingebracht. Der BVB will das widerlegen.

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