Dosenpfand ab 1. Januar
Getränkemehrwegquoten veröffentlicht

Das Dosenpfand für Bier, Mineralwasser und Limonaden kommt definitiv am 1. Januar 2003. Nach den am Dienstag im Bundesanzeiger veröffentlichten Mehrwegquoten für Getränkeverpackungen wurde der geforderte Mindestanteil unterschritten.

Reuters BERLIN. Damit tritt das Pflichtpfand automatisch sechs Monate später in Kraft. Nach Angaben des Bundesanzeigers lag die Mehrwegquote mit einem Durchschnitt von 63,81 Prozent zwischen Mai 2000 und April 2001 deutlich unter dem gesetzlich geforderten Anteil von 72 Prozent. Das Pfand für Dosen und Einwegflaschen bis 1,5 Liter soll 25 Cent, für größere Getränkeverpackungen 50 Cent betragen. Nicht betroffen von dem Pfand sind vorerst Einwegflaschen mit Wein, Sekt oder Spirituosen sowie Fruchtsäfte und Milch. Die Aktien des norwegischen Automatenherstellers für Dosen- und Flaschenrecycling, Tomra Systems , gewannen am Dienstag erneut an Boden. Das Bundesverfassungsgericht hatte in der vergangenen Woche die Beschwerde mehrerer Firmen gegen die Veröffentlichung der Mehrwegquote aus formalen Gründen zurückgewiesen und damit den Weg für das Pflichtpfand frei gemacht. Einzelhandelsketten und Groß-Getränkehersteller fürchten wirtschaftlichen Schaden und wollen weiter rechtlich gegen das Pfand vorgehen. Der Getränke-Mittelstand hatte dagegen in den vergangenen Jahren stark in das Mehrwegsystem investiert.

Neben der Unterschreitung der Durchschnittsquote für Getränkemehrwegverpackungen von 72 Prozent ist auch der Mehrweganteil der einzelnen Getränkesorten für die Bepfandung ausschlaggebend. Die einzelnen Sorten dürfen ihre jeweilige Mehrwegquote von 1991 nicht nachhaltig unterschreiten. Nach Angaben des Bundesanzeigers gingen im Erhebungszeitraum Mai 2000 bis April 2001 im Vergleich zum jeweiligen Wert von 1991 vor allem die Mehrwegquote von Mineralwasser (auf 78,5 von 91,3 Prozent) und von Bier (auf 72,3 von 82,2 Prozent) zurück. Auch bei den kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken war ein deutlicher Rückgang auf rund 64,8 von 73,7 Prozent zu verzeichnen.

Die Fruchtsäfte lagen mit einem Mehrweganteil von 33,2 Prozent zwar deutlich unter dem Durchschnittswert, hatten sich jedoch zum Basiswert 1991 von 34,6 Prozent kaum verändert und sind daher vorerst vom Pfand ausgeschlossen. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe werden für Bier, Mineralwasser und Limonaden jährlich elf Milliarden Einwegverpackungen in Deutschland produziert. Die Aktien des norwegischen Automatenherstellers für Dosen- und Flaschenrecycling, Tomra Systems, kletterten am Vormittag auf 64,50 Kronen nach 62,50 Kronen zum Vortagesschluss. In der vergangenen Woche hatte der Wert bereits deutlich zugelegt. Das Unternehmen, das seine Automaten hauptsächlich in die USA und in europäische Länder liefert, sieht in Deutschland den größten Wachstumsmarkt in der Branche.

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