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Dow dreht ins Plus

Die Gefahr einer Rezession besteht nach wie vor. Eigentlich schlechte Nachrichten, aber mit dieser Aussage versucht das Brokerhaus Bear Stearns die Anleger einen Tag vor der Notenbank-Sitzung zu beruhigen. Viele Markteilnehmer haben die Hoffung auf eine weitere Zinssenkung durch die Notenbank verloren. Der am vergangenen Freitag veröffentlichten Produktivitätsindex und das von der Universität of Michigan vorläufig bekannt gegebene Konsumentenvertrauen für Mai deuten auf die Erholung der US-Wirtschaft hingedeutet.

Die Analysten von Bear Stearns halten nun gegen die aktuelle Marktmeinung. Notenbank-Chef Alan Greenspan wird die US-Leitzinsen morgen erneut um 50 Basispunkte reduzieren, so die Experten. Die Begründung: Auf dem US-Arbeitsmarkt sei das Schlimmste noch lange nicht überstanden. Der US-Arbeitsmarkt verzeichnete im April den größten Verlust an Stellen seit Februar 1991.Zudem steigen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stetig. Es sei weiter davon auszugehen, dass sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten weitaus schlechter entwickeln wird, als bisher befürchtet. Gemessen an den Zinsfutures liege die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei 60 Prozent, sagt das Brokerhaus Bear Stearns.

Doch bis die Entscheidung der Notenbank nicht gefallen ist, dürften sich die Käufer an den amerikanischen Märkten zurückhalten. Abwarten lautet die Devise. Und das tun die Anleger, zum einen auf die morgige Notenbanksitzung und zum anderen auf Quartalszahlen der Computerhersteller Hewlett-Packard und Dell, die im Vorfeld der Zahlen schwächer tendieren. Analysten gehen zwar davon aus, dass die Prognosen erfüllt werden. Allerdings sei es nicht unwahrscheinlich, dass die Prognosen erneut reduziert werden müssen.

Kursverluste bei Technologieaktien belasten die Märkte. Vor allem Computer- und Softwarewerte büßten an Wert ein. Microsoft und IBM verlieren. Der Chipsektor gerät unter Druck, nachdem pessimistische Prognosen das Segment belasten. In diesem Jahr soll der Umsatz der Chipindustrie mit 188 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 Prozent sinken. Das prognostiziert das Marktforschungsinstitut Gartner. Im nächsten Jahr ist nur mit einer langsamen Erholung zu rechnen, der Umsatz dürfte dann nach Einschätzung der Marktforscher 213 Milliarden Dollar erreichen. Intel, Micron Technologies und Texas Instruments notieren schwächer.

Finanz- und Ölaktien halten den Dow Jones Index im Gleichgewicht. Vor allem die Kursgewinne bei J.P. Morgan Chase und Exxon Mobil halten das Börsenbarometer in Nähe des Vortagesschlussniveaus. J.P. Morgan Chase profitiert von guten Analystenkommentaren. Die Analysten von Goldman Sachs empfehlen die Aktie mit "überdurchschnittlicher Marktperformer". Die Synergien aus der laufenden Fusion von J.P. Morgan und der Chase Manhattan Bank dürften laut Goldman Sachs in 2001 zu einer moderaten Steigerung der Gewinne pro Aktie führen. Seit Bekanntgabe des Zusammenschlusses, hat sich die Wettbewerbsposition im M&A Geschäft bereits verbessert. Kosteneinsparungen von 670 Millionen Dollar sind geplant.

Wenig Aufmunterung kommt aus dem Hause Lehman Brothers. Die Investmentbank senkt den Aktienanteil in den globalen Modellportfolios um zehn Prozent. Nach den jüngsten Kursgewinnen seien die Ertragsaussichten der US-Firmen in den Kursen angemessen reflektiert, so die Begründung.

Spannend wird es bei den Einzelhandelsaktien, die in der vergangenen Woche einen kräftigen Schub bekommen hatten. Die Branchenriesen Wal-Mart und Home Depot werden am Dienstag ihre Geschäftszahlen vorlegen. Während Wal-Mart an Wert gewinnen kann, führt Home Depot die Liste der Dow Jones Verlierer an. Positive Kommentare gibt es heute ist Tiffany. Die UBS Warburg stuft die Juwelierkette zum Wochenauftakt von "halten" auf "aggressiv kaufen" herauf.

Zum Wochenauftakt gefragt ist auch die Aktie von Amgen. Das weltweit größte Biotechnologieunternehmen feiert die Erfolge des Anemie-Medikaments Aranesp. Laut einer hauseigenen Studie zeigt das Präparat gegen Blutarmut auch Erfolge bei Krebspatienten. Ein weiteres Medikament soll die Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern. Sowohl die Analysten von UBS Warburg als auch ihre Kollegen von Credit Suisse First Boston haben die jüngsten Studien positiv bewertet. Die Krebskonferenz ist am Samstag gestartet und läuft noch bis Dienstag.

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