Dow Jones auf Tiefststand
US-Arbeitsmarktzahlen belasten Präsident Bush

Der schwache Beschäftigungszuwachs in den USA hat an den Finanzmärkten und bei Politikern zu heftigen Reaktionen geführt. Der Aktienindex Dow Jones sackte auf den niedrigsten Stand des Jahres ab. Der Dollar verlor gegenüber dem Euro mehr als zwei Cent.

tor NEW YORK. Für US-Präsident George W. Bush sind die überraschend schlechten Arbeitsmarktzahlen ein herber Rückschlag. Sein demokratischer Herausforderer John Kerry sprach von einer "Kehrtwende" der US-Wirtschaft.

Amerikanische Unternehmen haben im Juni netto nur 32 000 neue Jobs geschaffen, weitaus weniger, als Ökonomen erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote ging leicht von 5,6 auf 5,5 % zurück. Die Beschäftigungsschwäche nährt nicht nur Zweifel an der Stärke des US-Aufschwungs, sondern auch an der Strategie der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Zwar rechnet die Mehrheit der Ökonomen weiterhin damit, dass die Fed die Leitzinsen morgen auf 1,5 % anheben wird. "Danach müssen die Notenbanker ihre Strategie überdenken", sagte Mark Zandi, Chefökonom der Forschungsgruppe Economy.com. Eine Zinspause im September scheint nicht ausgeschlossen.

Mit einer Erklärung der Stagnation auf dem Arbeitsmarkt tun sich die Ökonomen schwer. "Angesichts des hohen Ölpreises und einer allgemeinen Unsicherheit zögern die Firmen mit Neueinstellungen", sagte John Ryding, Chefökonom der Investmentbank Bear Stearns.

Im amerikanischen Wahlkampf hat der schlechte Arbeitsmarktbericht das Thema Wirtschaft wieder in den Mittelpunkt gerückt. Zuvor waren wirtschaftliche Fragen von der jüngsten Terrorwarnung an den Rand gedrängt worden. Präsident Bush sprach trotz der Enttäuschung von Anzeichen, dass es mit der Wirtschaft vorangehe. Herausforderer Kerry machte für die Jobmisere die Politik des Präsidenten verantwortlich. In einer Umfrage des US-Magazins "Time" führt Kerry jetzt mit fünf Punkten vor Bush.

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