Dow Jones gab nach
Euro setzt Aufwärtstrend fort

Der Euro ist am Dienstag im europäischen Devisenhandel auf ein 16-Monats-Hoch bei Kursen um 0,9440 Dollar geklettert. Händler führten den Anstieg auf die zuletzt schwache Entwicklung an den US-Aktienmärkten zurück.

Reuters LONDON. Diese schmälerten für Fonds die Attraktivität von Investitionen in den USA, daher falle der Dollar-Kurs. Der Dow-Jones-Index war am Vortag fast 2,2 Prozent auf den tiefsten Stand seit acht Monaten gefallen. Tokioter Händlern zufolge könnte der Euro in Kürze auch ein 17-Monats-Hoch bei 0,9595 Dollar testen. Gegen 10.45 Uhr (MESZ) notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,9439/46 Dollar.

Am Vorabend hatte der Euro den New Yorker Handel mit 0,9408 Dollar beendet. Als positiv bezeichneten Händler zudem die zurückhaltenden Kommentare europäischer Politiker zum Euro-Wechselkurs. EU-Währungskommissar Pedro Solbes hatte am Montag gesagt, die europäische Wirtschaft könne auch mit Kursen über 0,9300 Dollar leben. Auch der niederländische Finanzminister Gerrit Zalm sagte, der jüngste Kursanstieg des Euro sei kein Grund zur Beunruhigung.

Zuletzt waren Befürchtungen aufgekommen, dass verteuerte Exporte als Folge eines starken Euro die Konjunkturerholung in Europa dämpfen könnten. Der Vorsitzende der Finanzminister der Euro-Gruppe Rodrigo Rato sagte am Vortag, es gebe breite Übereinstimmung, dass sich die Erholung der Konjunktur festige. Auch Österreichs Finanzminister Karl-Heinz Grasser sieht eigenen Worten zufolge im Anstieg des Euro-Wechselkurses kein Problem. "Wir als Finanzminister haben immer gesagt, dass der Euro klares Aufwärtspotenzial hat, da er die starken Fundamentaldaten der Euro-Wirtschaft widerspiegelt", sagte Grasser am Dienstag vor Journalisten in Luxemburg weiter.

Die japanische Regierung bekräftigte unterdessen, sie beobachte den Devisenmarkt weiter. Finanzminister Masajuro Shiokawa bezeichnete den Markt erneut als schwankend. Ähnliche Äußerungen waren den jüngsten Interventionen der Bank von Japan am Devisenmarkt vorausgegangen. Händler sagten, die japanische Notenbank könne möglicherweise erneut am Markt zu Lasten des Yen aktiv werden.

In der vergangenen Woche hatte die Zentralbank bereits bei ähnlichen Kursständen Yen verkauft, um mögliche konjunkturdämpfende Auswirkungen eines zu starken Yen zu verhindern. Der Dollar tendierte mit 123,35/41 Yen knapp unter dem dem Niveau seines Vortagesschlusses von 123,56 Yen in New York. Marktteilnehmer sprachen von einem sehr ruhigen Handel wegen des Feiertages in Großbritannien anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums von Königin Elisabeth II.

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