Dow Jones im Minis
Experten dämpfen Hoffnung auf Aufschwung an Wall Street

Die Prognosen führender US-Aktienexperten haben Hoffnungen der Anleger auf einen bevorstehenden Aufwärtstrend der Unternehmensgewinne und des Aktienmarktes nach Händlerangaben gedämpft und die Kurse an der Wall Street am Montag abbröckeln lassen. Die Chefstrategen der Investmentbanken UBS Warburg, Credit Suisse First Boston und J.P. Morgan Chase hatten ihre Gewinnschätzungen für Unternehmen des S&P-500-Indexes zuvor zurückgenommen.

Reuters NEW YORK. "Ich glaube, man kann sagen, dass die Schwäche des Marktes fehlende Zuversicht zeigt. Irgendwann sollte sich das Vertrauen in die kommenden Bilanzen und in die Wirtschaft verbessern, aber wir wissen nicht, wann das sein wird", sagte Richard Cripps, Chefmarktstratege bei Legg Mason Wood Walker zur Kursentwicklung am Montag.

Der Dow-Jones-Index notierte gegen 18.30 Uhr MESZ 0,20 Prozent niedriger auf 10.395,77 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index 0,05 Prozent leichter auf 2027,96 Zählern tendierte.

"Wir denken, eine sehr vorsichtige Einschätzung des US-Aktienmarktes macht sehr viel Sinn, bis es unzweideutige Anzeichen einer wirklichen Erholung der Unternehmensgewinne gibt", teilte der Chefportfolio-Stratege von J.P. Morgan Chase, Doug Cliggott, den Kunden der Bank mit. Cliggott senkte das Kursziel für den S&P-500-Index zum Jahresende 2001 auf 1100 von zuvor 1200 Punkten, zum Jahresende 2002 auf 1200 von 1300 Punkten.

Der Portfoliostratege der UBS Warburg, Ed Kerschner, hatte seine Prognose für den Gewinn je Aktie von Unternehmen des S&P-500-Index für 2001 auf 49,00 Dollar von 53,00 Dollar zurückgenommen. Es seien wenig Zeichen für eine Erholung der US-Wirtschaft zu sehen, begründete Kerschner seine Einschätzung. Der Dollar gewinne an Wert, und die Auslandsnachfrage werde schwächer, hieß es weiter. Der Portfolio-Stratege der Credit Suisse First Boston, Tom Galvin, setzte seine Prognosen für die Gewinne je Aktie der S&P-500-Firmen für 2001 auf 51,50 von zuvor 55,25 Dollar je Aktie herab.

Neben den Einschätzungen der Experten waren nach Händlerangaben auch die Übernahmepläne der Finanzdienstleistungs-Tochter der General Electric Co, GE Capital, für den Finanzdienstleister Heller Financial von Interesse für die Anleger. GE Capital will Heller nach eigenen Angaben für rund 5,3 Milliarden Dollar in bar übernehmen. GE-Aktien lagen 1,72 Prozent im Minus auf 43,88 Dollar. Heller legten dagegen um 17 Dollar auf 52,94 Dollar kräftig zu. Die Titel des Pharma-Unternehmens Aviron gehörten nach Händlerangaben zu den größten prozentualen Verlierern an der Nasdaq und gaben rund 29 Prozent auf 28,96 Dollar nach. Die US-Behörden hatten zuvor gegen die Zulassung für ein neues Nasenspray des Unternehmens gestimmt. Die Titel der im Bereich Software für Desktop-Publishing tätigen Adobe Systems verloren rund fünf Prozent auf 40,90 Dollar. Das Unternehmen hatte einen Umsatzrückgang im dritten Quartal nicht ausgeschlossen.

Von Thomson Financial/First Call befragte Analysten erwarten, dass sich die Gewinne der S&P-500-Unternehmen im zweiten Quartal 2001 um 17,2 Prozent abgeschwächt haben. Im dritten Quartal sei mit Rückgängen von 11,5 Prozent, im vierten Quartal jedoch wieder mit einem Anstieg um 0,9 Prozent zu rechnen. Die befragten Analysten hatten jedoch nach Angaben von First Call zu Beginn vergangener Woche noch mit einem Wachstum von 1,9 Prozent im vierten Quartal gerechnet.

Rund 80 Prozent der S&P-Unternehmen haben ihre Quartalsbilanzen bereits vorgelegt. In dieser Woche werden am Markt nach Händlerangaben unter anderem die Ergebnisse des Einzelhandelskonzerns CVS Corp, des Chipunternehmens KLA Tencor und des Telefonkonzerns Verizon Communications erwartet.

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