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Dow Jones Index erholt sich

Gegen Mittag erholt sich der Dow Jones Index von den Tagesverlusten. Anleger besinnen sich darauf , dass sich die schlechte Stimmung eher auf den Technologiesektor. High-Tech-Werte leiden unter den trüben Aussichten bei Cisco und National Semiconductor. Den Index der 30 US-Standardwerte ziehen Kursgewinne bei 3M, Merck und Exxon Mobil ins positive Terrain.

Die Hoffnung auf die baldige Bodenbildung der Märkte rückt jedoch wieder in weite Ferne. Die Anzahl der Marktteilnehmer, die der Marktentwicklung optimistisch gegenüber stehen, stieg in der zweiten Woche in Folge. Mit einem Anteil von 47,9 Prozent übersteigt sie die Anzahl der pessimistischen Marktteilnehmer um über zehn Prozent deutlich. Doch so positiv es auf den ersten Blick scheinen mag, so schlecht ist es für den Markt. Bestes Beispiel: Im Februar glaubten 62 Prozent der Befragten an die Erholung der Märkte, so viele wie schon seit 14 Jahren nicht mehr. Im März gingen sowohl Dow Jones als auch Nasdaq Index erneut auf Talfahrt. Die Erkenntnis: Je größter der Pessimismus im Markt ist, desto deutlicher wird das Bild, dass es nicht mehr schlimmer werden dürfte. Dann ist die Bodenbildung greifbar nah.

General Electric verschafft dem Dow Jones Punktgewinne. Die Aktie legt an Wert zu, nachdem der Konzern die Gewinnerwartungen am oberen Ende der Prognosen nochmals bestätigte. Das Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr wird mindestens 1,45 Dollar pro Aktie betragen. Auch Johnson & Johnson gewinnt an Wert, nachdem der Pharma- und medizintechnische Konzern die jüngsten Übernahmepläne bekannt gab. Der Konzern plant Inverness Diabetes Products für 1,3 Milliarden Dollar zu übernehmen. Neben Johnson & Johnson verteuert sich auch die Aktie von Pharmakonzern Merck. Neben Pharmawerten profitiert das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte von Punktgewinnen der Tabak- und Öltitel.

Auch der Nasdaq Index erholt sich zur Mittagszeit von den gröbsten Kursverlusten, notiert jedoch weiterhin in der Verlustzone. Cisco belastet den gesamten Glasfasersektor am Morgen mit schlechten Geschäftsprognosen. Nicht nur Ciscos Konkurrenten, sondern auch die Zulieferer des Konzerns verbuchten Kurseinbrüche. Erstmals seit dem Börsengang im Jahr 1990 muss der Netzwerkkonzern im vergangenen Quartal einen Umsatzrückgang hinnehmen. Unternehmenschef John Chambers kann nicht für bessere Prognosen sorgen. Der Umsatz werde im vierten Quartal auf Vorquartalsniveau liegen oder bis zu zehn Prozent nachlassen. Während Cisco nach wie vor die Verliererliste der Nasdaqwerte anführt, konnten artverwandte Titel wie Glasfaserkomponenten-Hersteller Ciena und JDS Uniphase mittlerweile ins Plus drehen.

Eine Gewinnwarnung von National Semiconductor setzt den Chipsektor unter Druck. Der Chiphersteller, der hauptsächlich Halbleiter für Mobiltelefone produziert, wird im vierten Quartal statt des prognostizierten Gewinns von vier Cent einen Verlust von vier Cents pro Aktie ausweisen. Texas Instruments, Motorola und Intel büßen ebenfalls an Wert ein.

Auch der Softwaresektor sorgten nicht für den nötigen Ausgleich. Microsoft wird die neue Windows XP-Version erst Ende Oktober in den Handel bringen. Spekulationen waren in den vergangenen Wochen laut geworden, nach denen der Softwaregigant die Markteinführung des neuen Betriebssystems von August auf Oktober verschieben könnte. Die neueste Version gilt als größtes Update seit der Veröffentlichung von Windows 95 im August 1995. Microsoft plant, Windows XP mit der bislang größten Werbekampagne einzuführen. Ärgerlich ist jedoch, dass Microsoft durch die verspätete Markteinführung die umsatzstarken "back-to school-sales" verpassen wird. Traditionell sind nach dem Ende der Schulferien die Umsätze im August für Büro- und Computerartikel besonders hoch. Microsoft steht neben anderen Softwaretiteln weit oben auf der Verliererliste.

©Wall Street Correspondents Inc.

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