Dow-Jones-Index im Minus
Spektakuläre Trendwende an der Nasdaq

Da glaubten alle, es gebe derzeit wenig Grund zur Freude für die Händler in den USA. Und plötzlich vollziehen die Kurse an der Nasdaq eine spektakuläre Trendwende. Obwohl US-Notenbankchef Alan Greenspan die erhoffte Zinssenkung außerhalb des Rahmens nicht wahr machte. Außerdem reißen die negativen Unternehmensmeldungen nicht ab: Am Mittwoch nach Handelsschluss veröffentlichten die Spezialchiphersteller Altera, Elantec Semiconductor und Chartered Semiconductor Gewinnwarnungen. Gestern zog der Hersteller von Grafikchips, ATI Technologies, nach.

hal DÜSSELDORF. Was sollte passieren: sinkende Kurse. Zunächst sah es so aus, als sollte das Erwartete eintreten. Die vier Chiphersteller gaben unterschiedlich stark ab. Dann passierte das Überraschende: Im Sog von positiven Nachrichten über den Computerhersteller IBM dreht der Technologie-Index Nasdaq um 180º und verließ die neuen 26-Monats-Tiefststände, die er nach Verlusten von über 3,5 % ausgestestet hatte. Auslöser der Trendwende war die positive Einschätzung eines Analysten von Salomon Smith Barney. Er stellte eine Höherstufung in Aussicht, da der Computerhersteller seine Gewinne pro Aktie auch im Jahr 2001 komfortabel erreichen werde. Der Sog war so stark, dass die Nasdaq am späten Nachmittag sogar wieder leicht ins Plus (+1,44 %) drehte.

Der Dow-Jones-Industrial-Index der dreißig wichtigsten Standardwerte konnte seine zwischenzeitlichen Verluste nicht ganz aufholen, obwohl IBM mit einem Plus von über 5 % für viel Auftrieb sorgte und die Gewinnerliste im Index anführte. Das Börsenbarometer verlor 0,43 %. Der breit gestreute S & P- 500-Index erholte sich und schloss leicht im Plus (+0,09%). Die Kursverlierer waren dennoch in der Mehrheit mit 1 592; ihnen standen 1 431 Kursgewinner gegenüber.

Nicht von der Trendwende profitieren konnten die Fluggesellschaften, die nach der Gewinnwarnung von US-Airways unter Druck gerieten. Verluste mussten auch die Aktien des Kommunikationschip-Herstellers Broadcom Corp. hinnehmen. Sie büßten 15 % ein, nachdem Merrill Lynch das mittelfristige Rating der Aktie von "akkumulieren" auf "neutral" herabgesetzt hatte. Zu den Verlierern des Tages zählten der Netzwerkausrüster 3Com und der PC-Produzent Gateway. Die Aktien von Gateway fielen um 10 %, die von 3Com um über 22 %.

Zulegen konnte der Glasfaserkabel-Hersteller Corning. Die Aktie stieg um über 5 %, nachdem Corning angekündigt hatte 825 Arbeiter in der Photonherstellung zu entlassen. Der Bedarf an Photonprodukten, die zum Senden der Signale über Glasfaserkabel benötigt werden, sei gesunken sei. Die Glasfasersparte bleibt davon unberührt.

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