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Dow Jones Index unter 10 000 Punkten

Die Wall Street baute ihre Verluste in der zweiten Handelshälfte aus. Der Dow Jones Index rutschte am Donnerstag 81 Zähler unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten und gab 1,4 Prozent ab.

Der Nasdaq Index büßte 2,8 Prozent an Wert ein und ging mit 1791 Punkten aus dem Handel. Beide Indizes schlossen bereits den vierten Handelstag in Folge in der Verlustzone.

Ob die Zeichen der extrem bearisch ausgefallenen Book-to-Bill-Ration, dem Verhältnis der Auftragseingänge zu Auftragsauslieferungen im Chipsektor, die Anleger zuversichtlicher stimmen kann, wird sich zeigen. Mit der Erholung der US-Wirtschaft noch in dieser Jahreshälfte rechnet kaum mehr ein Analyst. Generell gilt: Je pessimistischer die Stimmung am Markt ist, desto eher dürfte die Talsohle erreicht sein. Die Mehrheit der Experten sieht erst Mitte nächsten Jahres eine Genesung der US-Konjunktur. Ob die Flut schlechter Nachrichten in nächsten Wochen abebbt? Sicher ist zumindest, dass Analysten und Marktteilnehmer gerade vor der bevorstehenden Ertragswarnungssaison besonders sensibel auf schlechte Meldungen reagieren.

Und von denen gab es am Donnerstag genügend. Vor allem die Aktien des Software-, Computer- und Chipsektors gerieten unter Druck. Finanz- und Medienwerte gaben ebenfalls Punkte ab. Die Warnungen von Sun Microsystems, Altera und Advanced Micro Devices zehrten an den Nerven der Börsianer. Sun Microsystems wird im laufenden Quartal voraussichtlich einen Verlust ausweisen. Der schleppende Auftragseingang rückt das ursprünglich prognostizierte Quartalsergebnis von zwei Cents pro Aktie in weite Ferne. Das Papier brach um 18 Prozent auf 11,07 Dollar ein.

Chiphersteller Advanced Micro Devices warnte die Anleger vor einem Umsatzeinbruch im dritten Quartal von 15 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Mit einem Umsatzrückgang um 100 Millionen Dollar oder 30 Prozent ist insbesondere im Bereich der Flach-Memory-Chips zu rechnen. Das Unternehmen erwartet einen operativen Verlust im dritten Quartal. Die Aktie verlor 6,4 Prozent auf 13,29 Dollar.

Auch Altera bereitete die Anleger auf einen Umsatzrückgang von 15 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorquartal vor. Der Hersteller von programmierbaren Microchips leidet unter der schwachen internationalen Nachfrage. Das Papier verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 27,60 Dollar.

Corning und Charles Schwab kündigten weitere Entlassungen an. Corning wird sich noch in diesem Jahr von weiteren 1000 Mitarbeitern trennen. Damit wird der weltgrößte Hersteller von Glasfaserkabeln in diesem Jahr insgesamt 8000 Angestellte und damit 20 Prozent der Belegschaft auf die Straße setzen. Corning reagiert mit dieser Maßnahme auf die schwache Nachfrage im Glasfasergeschäft. Der Titel verlor 17,47 Prozent auf 12,05 Dollar.

Den Finanzsektor brachte Charles Schwab, größter US-Onlinebroker, ins Wackeln. Elf Prozent der Belegschaft und damit fast 2400 Arbeitskräfte sollen ihren Arbeitsplatz verlieren. Bereits im zweiten Quartal hatte das Unternehmen 3400 Angestellten gekündigt. Bis Jahresende wird Schwab damit rund ein Viertel seiner Arbeitskräfte entlassen haben. Die jüngsten Kündigungen werden das Gesamtjahresergebnis um weitere 225 Millionen Dollar belasten. Doch Schwabs Entlassungen sind nur die Spitze des Eisbergs im Brokersektor. Credit Suisse First Bosten will in der kommenden Woche ein Programm zur Reduktion der Kosten vorstellen - Stellenstreichungen inbegriffen. Sollte sich die wirtschaftliche Situation weiterhin verschlechtern, ist auch Merrill Lynch bereit, weitere Entlassungen vorzunehmen. Die Aktie von Charles Schwab rutscht 1,2 Prozent ins Minus auf 12.05 Dollar.

Microsoft blies am Donnertag erneut ein rauer Wind ins Gesicht. Die Europäische Wettbewerbskommission nimmt den Softwaregiganten unter die Lupe. Versucht der Konzern mit illegalen Methoden einen Teil des Servermarktes zu dominieren? Sollten sich die Vorwürfe gegen Microsoft erhärten, könnte auf den Konzern eine Geldstrafe von bis zu 2,5 Milliarden Dollar zukommen. Die Aktie verlor 5,5 Prozent auf 56,94.

Wenig Trost spendeten am Morgen die jüngsten Wirtschaftsdaten. Das Einkommen der Haushalte stieg zwar im Juli mit 0,5 Prozent stärker als erwartet. Doch legten die Ausgaben nicht im gleichen Maße zu. Die Ausgaben kletterten nur um 0,1 Prozent. Die Mehrheit der Marktbeobachter hatte mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Kleines Trostpflaster: Immerhin stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung mit 399 000 Anträgen nicht so stark an wie erwartet.

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