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Dow Jones notiert über 11 000 Punkte

Verdammt lang her: der Dow Jones-Index hat es das letzte Mal im September 2000 geschafft, über der Marke von 11 000 Punkten zu schließen. Jetzt war es wieder einmal so weit. Der Index für die 30 wichtigsten Standardwerte in den USA hat immer wieder Anläufe unternommen, letzten Endes blieb der Dow aber in den vergangenen Monaten in der Spanne zwischen 10 000 und 11 000 Punkten. Händler wollten natürlich nicht die Stimmung vermiesen, aber Bedenken haben sie doch, ob das derzeitige Stimmungshoch halten kann. Vielleicht bröckelt der Dow schon in den nächsten Tagen wieder ab, sagen einige von ihnen.

"Es scheint sehr wahrscheinlich, dass der Aktienmarkt bis zum Ende des Sommers einen Seitwärtstrend einschlagen wird oder erneut schwächer tendiert", so ein Analyst von Prudential Securities. Er geht davon aus, dass die Unternehmensergebnisse des zweiten Quartals noch schlechter ausfallen werden als die Ergebnisse des ersten Quartals.

Wie dem auch sei, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Sowohl Dow Jones-Index als auch die Nasdaq verbesserten sich im Wochenvergleich um gut 4 Prozent.

Börsianer sind manchmal wirklich fix. Sie handeln blitzschnell, in Sekundenbruchteilen werden Entscheidungen getroffen. Kaum werden Wirtschaftsindikatoren veröffentlicht, greifen sie in die Tastatur und geben dem Markt mit ihren Kauf- und Verkaufaufträgen eine neue Richtung. Doch dann wieder fragt man sich, wie langsam die Mühlen mahlen müssen. Beispiel Notenbanksitzung: ist die Zinssenkung vom Dienstag um abermals 50 Basispunkte nun gut oder nicht gut für Wirtschaft und Börse? Am Dienstag selbst schlossen die Indizes unverändert, erst am folgenden Mittwoch begann eine Rally. Nun ist ja der Zinssatz mittlerweile auch auf dem niedrigsten Niveau seit sieben Jahren angelangt. In der Vergangenheit hat sich fast ausnahmslos noch immer gezeigt, dass nach Zinssenkungsrunden die Märkte wieder anziehen. Wer diese historischen Entwicklungen nicht beachtet, kann leicht Bruchlandung erleiden.

Zum Wochenausklang trübten die Gewinn- und Umsatzwarnungen bei Palm und Dell die Stimmung. Beide Unternehmen bereiten die Anleger auf recht düstere Zeiten vor. Palm, der Hersteller von elektronischen Notizbüchern, senkt die Umsatzprognosen für das laufende Quartal um die Hälfte. Damit reduziert Palm bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit die Umsatzziele. Einige Analysten spekulieren bereits, ob Palm zum Jahresende seine Bargeldbestände aufgebraucht haben könnte.

Bei hohem Handelsvolumen musste auch Dell Punkte abgeben. Der weltgrößte Direktvertreiber von Computern warnte die Anleger vor enttäuschenden Ergebnissen für das laufende Quartal. Die PC-Nachfrage ist immer noch sehr flau.

Der Dow Jones-Index schloss bei 11 302 Punkten. Die Nasdaq notiert bei knapp 2200 Punkten.

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