Dow Jones und Nasdag geben ab
Wall Street: Anthrax-Angst drückt auf die Kurse

Die Märkte an der Wall Street tendieren wegen der neuesten Milzbrand-Meldungen nervös. Der Dow-Jones-Index gab um 2,2 % auf 9206 Punkte ab, und der Sammelindex der Technologiebörse Nasdag gab 2,7 % auf 1655 Zähler ab.

wsc NEW YORK. Anthrax in New York: Eine Mitarbeiterin des Fernsehsenders NBC ist am Freitag mit dem Erreger in Berührung gekommen. Ersten Meldungen zufolge sind keine bleibenden, gesundheitlichen Schäden zu befürchten. Erst letzte Woche ist in Florida eine Person gestorben, die mit der Bakterie infiziert worden war. Vor wenigen Tagen wurde ein weiterer Fall aus Florida gemeldet. Die Sorge vor möglichen Anschlägen in den USA wächst. "Red Allert - Alarmstufe Rot", steht heute auch auf den Titelseiten der New Yorker Gazetten. Die Märkte tendieren dementsprechend nervös.

Nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen Tage streichen Investoren allerdings auch einen Teil der Gewinne wieder ein. Am Donnerstag hatten S&P 500 sowie Nasdaq 100 über dem Niveau vom 10. September, dem Tag vor den Terroranschlägen, geschlossen. In den ersten Handelsstunden konnten sich Pharma- und Technologiewerte zunächst noch behaupten. In den Mittagsstunden tendiert auch der Composite rund 1,5 Prozent schwächer.

Zu den größten Verlierern gehören Einzelhandelsaktien. Die Verkäufe im US-Einzelhandel sind im September um 2,4 % gefallen. Das ist der stärkste Einbruch seit mindestens neun Jahren und bei weitem schlechter als die Erwartungen der Analysten. Die % exklusive der Autobranche. Diese hat im Monat nach den Terror-Attacken auf World Trade Center und Pentagon neben dem Elektroniksektor die stärksten Engpässe verbucht, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag vor Handelsbeginn bekannt gab.

Überraschend positiv sind die Angaben über das Verbrauchervertrauen, das von der Universität Michigan erhoben wird, ausgefallen. Die Daten liegen für September deutlich über den Erwartungen. Allerdings wird an der Wall Street gemunkelt, dass sie im Oktober deutlich schwächer ausfallen dürften.

Belastend wirken sich kurz vor dem Wochenende eine Reihe von Gewinnwarnungen aus. Der Softwarehersteller Vignette wird eigenen Angaben zufolge im dritten Quartal einen höheren Verlust verbuchen, als ursprünglich angenommen worden war. Wie das Management weiterhin mitteilte, sollen 20 % der Belegschaft entlassen werden. Die Aktie verliert im Tagesverlauf knapp 20 Prozent an Wert.

Der Hersteller von Kopierern und Druckern, Xerox, wird ebenfalls tiefer in die roten Zahlen abdriften, als ursprünglich veranschlagt worden war. Zum einen sei die Nachfrage nach den Terroranschlägen deutlich gefallen. Zum anderen haben Währungsprobleme das Geschäft von Xerox belastet.

Doch es gibt auch positive Nachrichten von Unternehmensseite. Juniper Networks hat bereits am Donnerstag nach Handelsschluss Geschäftszahlen vorgelegt, die über den durchschnittlichen Analystenschätzungen lagen. Auch die größte Onlinewerbeagentur, Doubleclick, hat positiv überrascht. Zwar ist im abgelaufenen Quartal noch ein Verlust angefallen. Dieser war aber nicht so hoch wie befürchtet. Im nächsten Jahr könnte Firmenangaben zufolge wieder die Gewinnzone erreicht werden. Hintergrund ist nicht eine Verbesserung des Anzeigenmarktes. Doubleclick hat schlicht und einfach an der Kostenschraube gedreht. Sechs Prozent der Belegschaft sollen entlassen werden.

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