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Dow Jones und Nasdaq: Hürdensprung zur Wochenmitte

Wenn das nicht bemerkenswert ist: Der Dow hat es in dieser Woche das erste Mal seit einem Vierteljahr geschafft, die magische Marke von 10 000 Punkten zu erklimmen. Und er ist nicht gleich wieder abgestürzt. Die Nasdaq muss noch weiter zurückschauen. Die jetzt übersprungene 2000er-Hürde ist wieder einmal geschafft.

Am Freitag spuckte das Arbeitsministerium in die Suppe. Es vermeldete nämlich die Arbeitslosenquote für den vergangenen Monat. Demnach haben die Unternehmen weit mehr Jobs gestrichen als vermutet wurde. Die Quote stieg stärker als erwartet auf 5,7 Prozent. Somit hat sich die Situation nun schon den zweiten Monat in Folge sprunghaft verschlechtert. Daher war der Wochenausklang nicht eben gut. Aber dafür die Woche: Der Dow Jones-Index verbesserte sich um zwei, die Nasdaq sogar um 4,7 Prozent. Der Dow notiert nun bei 10049 und die Nasdaq bei 2021 Punkten.

Doch in den vergangenen Tagen mangelte es auch nicht an guten Nachrichten. Im November ist der Nationale Einkaufsmanager-Index auf 44,5 von 39,8 im Vormonat gestiegen. Analysten erwarteten nur einen Anstieg auf 42. Diese Wirtschaftsdaten bewerteten Marktteilnehmer als gutes Zeichen für eine leichte Konjunkturerholung. Ein Index unter 50 bedeutet ein Schrumpfen der Nachfrage im verarbeitenden Gewerbe. Seit August 2000 dümpelt der Index unter dieser Marke.

Bei Intel sind die Auftragsbücher ganz schön dick. Der Chiphersteller Intel hat die kühnsten Umsatzhoffnungen übertroffen. Für das laufende Quartal rechnet der Branchenprimus mit einer Umsatzspanne zwischen $ 6,7 Mrd. und $ 6,9 Mrd. Bisher lagen die Prognosen zwischen $ 6,2 Mrd. und $ 6,8 Mrd. Die Nachfrage sei insbesondere mit dem beginnenden Weihnachtsgeschäft gestiegen.

ABN Amro bewertet die Aktie auch nach dem Update nur mit "Halten". Bei Dresdner Kleinwort Wasserstein steht das Papier ebenso auf der Liste der Kaufempfehlungen wie bei Goldman Sachs. Dresdner Kleinwort Wasserstein setzt ein Kursziel von 38 Dollar. Die Gewinnschätzungen für die Geschäftsjahre 2001 bis 2003 heben die Analysten an.

Der Industrieverband für die Chipindustrie hat Verkaufszahlen für Oktober gemeldet. Die leichte Erholung, die sich seit August abzeichnet, hält demnach weiter an. Im Oktober lag der Halbleiterumsatz demnach bei 9,5 Milliarden Dollar. Gegenüber dem starken Vormonat September sank der Umsatz somit um ein Viertel. Gegenüber dem schlechtesten Monat Juli haben sich die Absatzzahlen jedoch nach oben geschraubt. Die Analysten von Goldman Sachs bezeichnen die Oktober-Daten als "enttäuschend". Dennoch raten sie Anlegern, bei einem Anlagehorizont von sechs bis zwölf Monaten in den Chipbereich zu investieren. Allerdings weisen sie auf Kursrisiken im Kurzfristbereich hin.

Wer sind eigentlich die Schuldigen im Falle des bankrotten Energiehändlers Enron? Das fragen sich im Moment nicht nur die Anleger, die angesichts des Börsenkurses in die Röhre schauen. Wie vermutet musste der angeschlagene Konzern ein Konkursverfahren einleiten. Dies ist damit das größte Vergleichsverfahren in der Geschichte der USA. Enron war im Bereich des Energiehandels nicht nur Weltmarktführer, sondern zählte auch zu den größten Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Enron verklagt nun Dynegy, das Enron ursprünglich übernehmen wollte. Und umgekehrt, Dynegy klagt gegen Enron. Das erste Viertel der weltweit über 20 000 Beschäftigten hat schon die Entlassungspapiere in die Hand bekommen, und auch diese Mitarbeiter werden sich fragen, wer die Schuldigen sind. Die Ermittlungen, wie es zur Schieflage kommen konnte und wie viel kriminelle Machenschaften im Spiel waren, laufen.

Jeder redet gerne über das Wetter, so ist dieses heiße Thema auch auf dem Parkett von Bedeutung. Das Quecksilber stieg in diese Woche in die Höhe. 20 Grad in New York und anderswo, das macht Frühlingsgefühle im Dezember. Dadurch kam der Ölsektor in Bedrängnis. Heizkosten fallen deutlich, die Nachfrage nach Öl ist schwach. Der Einzelhandel bleibt im sensiblen Weihnachtsgeschäft auf warmen Wintersachen sitzen. Der Baubranche hingegen kommen die Rekordtemperaturen zu Gute. Goldman Sachs rechnet mit insgesamt positiven Aussichten für das Bruttoinlandsprodukt. Dieses wird aufgrund des Wetters nur um 1,5 und nicht um 3,5 Prozent schrumpfen, sagen zumindest die Analysten. Auch in den kommenden Wochen soll es relativ mild bleiben. Dann dürfte wohl auch die Eiskrem-Branche demnächst gute Quartalszahlen vermelden.

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