Dow notiert zur Handelsmitte knapp im Minus
Nasdaq trotz Amazon im Minus

Die Computerbörse Nasdaq hat am Dienstag, nachdem die US-Handelsplätze am Montag wegen des Martin-Luther-King- Tages geschlossen waren, ihre Talfahrt fortgesetzt. Dass Amazon erstmals einen Quartalsgewinn auswies, konnte den Negativtrend nicht umkehren.

aha NEW YORK. Wie eine kalte Dusche wirkte der magere Ausblick des deutschen Chipherstellers Infineon auf die Investoren an der Wall Street. Er erinnerte die Akteure auf den US-Aktienmärkten nach Einschätzung von Beobachtern daran, dass es noch längst nicht feststeht, wann Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne tatsächlich wieder ansteigen.

Die Nachrichten aus Deutschland belasteten besonders die US-Technologiebörse Nasdaq. Deren Index, der Nasdaq-Composite, lag zur Handelsmitte mit 2,1 % im Minus. Der Dow-Jones-Industrial-Index der dreißig wichtigsten Standardwerte büßte bis zur Handelsmitte 0,37 % ein, der marktbreit gefasste Standard & Poor?s-500-Index verlor 0,63 %. Die Nasdaq setzte damit - nachdem die US-Börsen am Montag wegen des Martin-Luther-King-Tages geschlossen waren - die Talfahrt der vergangenen Woche fort. So viel wie in jener Woche hatte sie seit den Anschlägen vom 11. September nicht mehr binnen einer Woche eingebüßt.

Ausgelöst hatten den Rückgang Quartalsnachrichten von Microsoft und IBM, die - wie jetzt der Ausblick von Infineon - den Anlegern wenig Hoffnung auf ein Ende der Konjunkturkrise gemacht hatten.

Entsprechend gehörten auch Microsoft , die 2,4 % einbüßten und IBM mit einem Minus von 2,2 % zu den großen Verlierern. Noch härter traf es Intel , wie Infineon Hersteller von Chips: Aktien des Indexschwergewichts büßten 4,7 % ihres Wertes ein.

Dabei hatte der Handelstag an der Wall Street gut begonnen: Das Internet-Auktionshaus Amazon.com hatte erstmals in seiner Geschichte einen Quartalsgewinn zu vermelden - eine Überraschung für die Wall-Street-Experten wie für das Amazon-Management. Zu dem guten Ergebnis hatte vor allem das Weihnachtsgeschäft beigetragen, das Amazon ein Umsatzplus von 15 Prozent bescherte. Amazon-Finanzchef Warren Jenson triumphierte: "In praktisch jeder Zeile unserer Ertragsrechnung haben wir unsere Erwartungen übertroffen." Amazon stiegen bis zur Handelsmitte um 23,3 %.

Auch für den im Handelsverlauf so hart gebeutelten Technologiesektor hatte der Tag gut begonnen: Der weltweit größte Telekomausrüster Lucent hatte mitgeteilt, man habe im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/02 einen etwas niedriger als erwarteten Verlust ausgewiesen. Zugleich stellte das Unternehmen bessere Zeiten in Aussicht: "Wir glauben, dass der Umsatz im ersten Quartal den Tiefpunkt erreicht hat. Für das zweite Quartal erwarten wir eine Verbesserung von mindestens zehn bis 15 Prozent", sagte Lucent-Chef Henry Schacht und erklärte, man sei " im laufenden Geschäftsjahr auf dem Weg zur Profitabilität." Lucent stiegen 2,8 %.

Auch die Bank of America hatte mit ihrem Quartalsbericht die Anleger zunächst begeistert. Ihr Gewinn aus dem Investmentbanking-Geschäft legte im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres um 22 % und - wegen der niedrigen US-Zinsen - im Hypothekengeschäft um 15 % zu. Ihre Aktien stiegen um 2,6 %.

Der Zuwachs trieb den Index jedoch nicht. Denn die Abkühlung, die Infineon im Technologiebereich auslöste, bewirkte außerhalb die Pleite der US-Handelskette Kmart . Der größte Einzelhändler in der Geschichte der USA beantragte gestern Konkurs. Die Aktien verloren 55 %. Doch erstaunlicherweise blieb der Einzelhandelssektor von dem Abwärtsstrudel verschont. Wal-Mart verzeichnete zur Handelsmitte ein Plus von 3,6 %.

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