Dow und Nasdaq schließen im Minus
Wall Street mit Fehlstart in die Börsenwoche

Rot, rot, rot - an der Wall Street schaffte es am Montag keine einzige Branche ins Plus. Allein Gold, Silber und Öl verteuerten sich, Aktien standen unter Verkaufsdruck. Der Dow schloss mit einem Minus von 145 Punkten oder 1,4 % auf einem Drei-Wochen-Tief von 10 282 Punkten. Die Nasdaq gab 39 Zähler oder 2,1 % ab und schloss bei 1 812 Punkten.

NEW YORK. Noch am Morgen hatten Analysten versucht, mit positiven Kommentaren den Markt zu stützen: Bruce Steinberg, Chef-Ökonom von Merrill Lynch, erwartet, dass die Unternehmensgewinne im S&P 500 deutlich steigen dürften, da die weiter steigende Produktivität zu höheren Gewinnmargen führe. Joseph Rooney, Analyst bei Lehman Brothers, bestätigte seine Einstellung, Aktien im Musterportfolio zu "übergewichten", die nächste Ertragssaison stütze steigende Kurse.

Auch kamen am Morgen positive Zahlen aus dem konjunkturellen Umfeld: Die Verkaufszahlen bestehender Häuser gingen im Februar zwar leicht zurück, doch liegen sie über den Erwartungen der Analysten. Der Nationale Verband der Immobilienmakler sieht den Spezial-Index "weiterhin stabil". Auch das Brokerhaus Legg Mason ist weiter optimistisch: Es stufte die Bau-Werte Toll Brothers, Pulte und KB Home auf "kaufen", die Aktien verloren dennoch bis zu 3 %.

Den Dow bewegten Aktien aller Sektoren: Größte Verlierer waren Honeywell, General Electric und Philip Morris. Letzterer gab 2,7 % ab, nachdem ein Gericht im Bundesstaat Oregon das Unternehmen zur Zahlung von 150 Millionen Dollar an die Hinterbliebenen einer an Lungenkrebs gestorbenen Raucherin verurteilt hat. Das Urteil macht Gewinne der Vorwoche zunichte, in der Philip Morris einen Tabakprozess im Bundesstaat Rhode Island gewonnen hatte.

Ebenfalls unter Druck stand McDonald's: JP Morgan stufte die Aktie auf "Marktperformer" herab, und die Analysten von Morgan Stanley senkten die Erwartungen. Die Experten empfinden die Aussichten sowohl im US-Geschäft als auch in der globalen Strategie zu "undurchsichtig", die gesteckten Ziele halten sie für zu hoch. Die Aktie verlor 1,4 %.

Mit einem Minus von 1,1 % schloss der Pharmakonzern Merck. Das Unternehmen ist derzeit um die Sicherheit und Anleger um die Marktstärke des Schmerzmittels Vioxx besorgt. Nach Informationen der Prüfbehörde FDA steht Vioxx in mindestens fünf Fällen in Verbindung mit einer nicht bakteriellen Form von Meningitis. Weitere Fälle würden zurzeit geprüft.

Zu den wenigen Gewinnern im Dow gehörte Coca-Cola mit einem Plus von 1 %. Die Credit Suisse First Boston sprach eine "Kauf"-Empfehlung aus, die Analysten wollen bei dem Brausekonzern eine erfolgreiche Restrukturierung des globalen Geschäfts feststellen, die sich auf die Ergebnisse bis 2003 auswirken dürfte. Bei JP Morgan sieht man das anders: Die Aktie sei "zu teuer", heißt es, die Experten bevorzugen Pepsi.

Das tut auch United Air Lines. Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit Coca-Cola hat der Carrier den Vertrag mit dem Getränkeriesen aus Atlanta nicht verlängert und wird Passagieren in den nächsten fünf Jahren Pepsi servieren. Papiere von Pepsi kletterten um 0,9 %. United-Aktionären schmeckt das indes nicht: Die Aktie verlor 4,3 % - allerdings in einem allgemein schwachen Umfeld. Die Flugbranche gab 5,5 % ab.

Trotz optimistischer Kommentare von Seiten Lehman Brothers stürzte die Aktie von Cisco im Montagshandel ins Minus, wo auch die übrigen Tech-Werte landeten. Die Analysten von Lehman Brothers hatten am Morgen von steigenden IT-Ausgaben im März gesprochen, die dem Unternehmen Umsatz bringen sollten.

Allein Redback Networks hielt sich zum Wochenauftakt wacker im Plus: Das Unternehmen hat einen Großauftrag vom Telekommunikationsriesen Verizon eingeholt. Dort wird man die Breitbandkunden verstärkt über die Redback Plattform SMS bedienen, außerdem rüstet das Unternehmen mit dem Elemente-Verwalter NetOp SMS auf, um einen konstanteren Signalfluss zu gewährleisten. Redback kletterten um 1,5 %.

Auch über die Oscar?s am Vorabend sprach man an der Wall Street: Während sich die Erfolge für "A Beautiful Mind" und "Herr der Ringe" auf die Aktien von AOL Time Warner und Vivendi kaum auswirkten, gewannen Papiere von Lions Gate Films. Das Studio hat "Monster?s Ball" produziert, für den Halle Berry als "Beste Schauspielerin" ausgezeichnet wurde. Ebenfalls zu den Oscar-Gewinnern gehörte die Aktie von Pixar. Die Zeichentrickser gingen zwar für "Monsters AG" leer aus, holten aber mit "For the birds" einen Oscar für den besten gezeichneten Kurzfilm.

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