Dow verliert rund 300 Punkte: An der Wall Street geht die Angst um

Dow verliert rund 300 Punkte
An der Wall Street geht die Angst um

Die Furcht der Anleger vor einem unerwartet langen Irak-Krieg hat zum Wochenauftakt das Geschäft an den US-Börsen belastet und zu deutlichen Kursverlusten geführt. Die Standardwerte brachen um mehr als 300 Punkte ein. Händler sagten, der erste Optimismus sei inzwischen einer realistischeren Einschätzung gewichen, und die Investoren befürchteten einen langen und kostspieligen Krieg.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones fiel zum Handelsschluss 3,6 % auf rund 8215 Punkte. Dies ist der größte Tagesverlust des Index seit dem 27. September. An der Technologiebörse verlor der Nasdaq-Index rund 3,7 % auf 1370 Zähler. Der S&P-500-Index rutschte 3,5 % auf 864 Punkte ab.

Die US-Truppen in Irak waren bei ihrem Vormarsch teilweise auf heftigen Widerstand gestoßen. Außerdem gerieten US-Soldaten in Gefangenschaft und wurden im Fernsehen präsentiert. Irakische Bauern schossen nach irakischen Angaben am Montag südlich von Bagdad zwei US-Kampfhubschrauber ab. Angesichts eines drohenden längeren und blutigeren Irak-Krieges warnten Hilfsorganisationen vor einer humanitären Katastrophe.

"Der Markt war meiner Meinung nach viel zu optimistisch über die rasche und präzise Art der Operationen und erkennt jetzt, dass wir einen schweren und teuren Konflikt haben werden", sagte James Luke, Portfolio Manager bei BB&T Asset Management. "Es gibt auch im Hintergrund noch Sorgen um die schwache Konjunktur, aber marktbewegend sind die Kriegsnachrichten." Arnie Owen, Geschäftsführer bei Roth Capital Partners, fügte hinzu: "Jeder der damit gerechnet hatte, der Krieg würde in fünf Tagen vorbei sein, muss nochmal darüber nachdenken."

Die Aktien von Fluggesellschaften büßten deutlich ein. Die Papiere von Northwest Airlines rutschten rund 11,3 % ab auf 7,36 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, 4900 Stellen würden gestrichen und die Anzahl der Flüge um zwölf Prozent gesenkt, um der geringeren Nachfrage als Folge des Irak-Krieges zu begegnen. Andere US-Fluggesellschaften wie American Airlines, United Airlines und Continental Airlines hatten zuvor ähnliche Pläne bekannt gegeben. Der Fluglinienindex des S&P büßte rund sieben Prozent ein.

Die Aktien der Altria Group rutschten rund 4,1 % auf 33,59 Dollar ab, nachdem ein Gericht im US-Bundesstaat Illinois die Tochter Philip Morris USA am vergangenen Freitag zu einer Schadensersatzzahlung von 10,1 Mrd. Dollar verurteilt hatte. Nach Auffassung des Gerichts habe der Tabakkonzern Philip Morris die Konsumenten mit der Beschriftung "Lights" auf Zigarettenschachteln getäuscht. Das Urteil belastete nach Händlerangaben auch andere Aktien der Branche. Die Papiere von RJR Tobacco Holdings fielen rund 4,8 % auf 34,72 Dollar, die Titel von UST Inc gaben rund 2,1 % auf 28,29 Dollar nach. Der S&P-Tabakindex verlor rund vier Prozent.

Die Aktien des weltgrößten Einzelhandelskonzerns Wal-Mart Stores verloren rund 3,9 % auf 52,52 Dollar. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben seine Umsatzprognose für März noch erfüllen. Der Irak-Krieg habe aber die Kunden in der vergangenen Woche an die Fernsehgeräte gefesselt, teilte das Unternehmen weiter mit.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,29 Mrd. Aktien den Besitzer. 733 Werte legten zu, 2572 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,31 Mrd. Aktien 768 im Plus, 2396 im Minus und 19 unverändert.

Aus Angst vor einem langen Krieg suchten die Investoren nach Händlerangaben sichere Anlagen wie Gold und Staatsanleihen. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1-4/32 auf 99-7/32. Sie rentierten mit 3,97 %. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-23/32 auf 106-22/32, was ihre Rendite auf 4,93 % stellte.

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