DPD soll der Deutschen Post im Paketbereich verstärkt Konkurrenz machen
Französische Post übernimmt Mehrheit am Deutschen Paketdienst

Die französische Staatspost La Poste will ihren Anteil am Deutschen Paketdienst (DPD) von rund 50 auf gut 85 % aufstocken.

rtr/dpa HAMBURG. Durch die engere Anbindung werde die Position der beiden Unternehmen auf dem europäischen Markt gestärkt, sagte am Donnerstag DPD-Chef Peter Hoffmann. Die in Medien genannte Summe von 420 Mill. Euro, die La Poste für den Kauf der derzeit von einer Gruppe deutscher Spediteure gehaltenen DPD-Anteile angeblich zahle, wollte Hoffmann nicht kommentieren. Weiter hieß es, die DPD wolle nun insbesondere im Paketbereich der Deutschen Post Konkurrenz machen. Bei der Deutschen Post hieß es, der Schritt der La Poste komme nicht überraschend und ändere auch nicht die Position der Deutschen Post im Wettbewerb.

"Mit unserer strategischen Ausrichtung und der Kraft der La Poste wollen wir eine führende Rolle einnehmen und im europäischen Kurier- und Express-Markt die Nummer zwei werden", kündigte Hoffmann an. Im Paketdienst zwischen Geschäfts- und Privatkunden habe DPD bislang noch nicht die wünschenswerte Größe erreicht. Dieser Bereich solle stark ausgebaut werden. Zudem wolle DPD langsam in den Briefverkehr einwachsen. Seine nationale europäische Präsenz wolle der DPD künftig stark ausbauen, da sich "ohne Flächendeckung kein europäischer Paketdienstverkehr aufbauen lässt", sagte Hoffmann.

Im reinen Paketdienstbereich strebe DPD die Spitzenposition an. Der DPD ist Hoffman zufolge der zweitgrößte deutsche Kurier-, Express- und Paketdienst nach der Deutschen Post und vor German Parcel. In Europa rangiere der DPD alleine auf Rang fünf. Ginge die von der französischen Post geplante Aufstockung reibungslos über die Bühne, käme das Duo La Poste/DPD in Europa zusammen auf den dritten Platz nach der Deutschen Post sowie der niederländischen Post.

Hoffmann sagte weiter, es sei heute nicht mehr möglich, mit einer mittelständischen Ausrichtung in den Wettbewerb mit großen Postunternehmen zu treten. Daher sei auch die Entscheidung getroffen worden, die DPD-Anteile der La Poste zu überlassen. Mit dem Entschluss seien gleichzeitig die Möglichkeiten von DPD verbessert worden, in den Wettbewerb mit der Deutschen Post zu treten, das eigene europäische Netzwerk weiter auszubauen und sich im Wettbewerb auf dem Kurier- und Express-Markt behaupten zu können.

DPD werde in die La Poste integriert, behalte aber seine unternehmerische Eigenständigkeit, hieß es bei dem Paketdienst aus Aschaffenburg auf Anfrage weiter. La Poste werde zwar die gesellschaftsrechtliche Mehrheit an der DPD übernehmen. Es gebe aber eine Übereinkunft, wonach DPD als Marke und Unternehmen erhalten bleibe und auch die unternehmerische Führung behalte. Nach DPD-Angaben genügt eigentlich ein Anteil von 75,1 %, um die Führung an dem Dienstleister zu übernehmen. Die Anteile will La Poste vom "Frankfurter Kreis", kaufen, einer Gemeinschaft der Speditionen Cordes & Simon, Hellmann Worldwide Logistics, Honold Transport, P&O Trans European Deutschland, Streck Transportgesellschaft und Friedrich Zufall. Hoffmann zufolge haben Geo-Post, eine Tochtergesellschaft der La Poste, und der Frankfurter Kreis am Freitag einen Vorvertrag unterzeichnet, der die Veräußerung der Anteile des Frankfurter Kreises am DPD an die Geo-Post vorsieht. Endgültige Verträge würden im Januar unterschrieben. Hoffmann sagte, der DPD werde seine Franchisegeber-Rolle für Paketdienste der La Poste fortführen.

Nach dem Überschreiten der Dreiviertelmehrheit hat La Poste nach Informationen der FAZ künftig die Möglichkeit, German Parcel von den Gesellschafterversammlungen auszuschließen. Darüber hinaus könne German Parcel mittels niedriger interner Verrechnungspreise aus dem DPD-Verbund gedrängt werden. Der zum britischen Post Office gehörende German Parcel hatte im August gegen den Widerstand der DPD-Geschäftsführung zehn Prozent der DPD-Anteile von einer Spedition erworben.

Bei der Deutschen Post hieß es, es sei schon seit langem klar gewesen, dass La Poste ihren Anteil an DPD aufstocken wollte, für die Deutsche Post habe dieser Schritt keine Konsequenzen, denn an der Konkurrenzsituation ändere sich operativ nichts, sagte Post-Sprecherin Ina Quilling. "Wir sehen unsere Position im Wettbewerb nicht verändert."

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