Drahtlose Übertragungstechniken
Kabellos glücklich

Der Kabelsalat unter dem Schreibtisch gehört für die meisten Computer-Besitzer zum Alltag. Dabei gibt es längst schnurlose Technologien, die Ordnung und Mobilität versprechen. Ob Infrarot, Bluetooth, DECT oder Wireless LAN - die Redaktion hat die drahtlosen Alternativen unter die Lupe genommen.

Infrarot

Nahezu jede Fernbedienung nutzt Infrarot-Signale um Geräte wie Fernseher, CD-Player oder Videorecorder zu steuern. Die Lichtzeichen im unsichtbaren infraroten Wellenlängenbereich werden aber auch zur Datenübertragung zwischen Handy, PC, Taschencomputer oder Drucker eingesetzt. Bereits 1993 wurde diese Kabel-Alternative von der "Infrared Data Association" (IrDA) standardisiert.

Mittels einer Infrarot-Verbindung können nicht nur einfache Daten oder Dateien ausgetauscht werden, sondern auch Notebooks oder Taschencomputer via Handy mit dem Internet verbunden werden.

Zum Datenaustausch benötigen beide Seiten eine IrDA-Schnittstelle, die im Wesentlichen aus einer Infrarotdiode besteht. Bei Notebooks, Organisern und Business-Handys sind diese meist Standard. Zusätzlich müssen auf dem Computer noch Treiber installiert werden. Sind all diese Zugangsbedingungen erfüllt, wandern die Daten in der Regel mit bis zu 115,2 kBit/s drahtlos von einem Gerät zum anderen. Unterstützen beide IrDA-Schnittstellen gar dem neueren "Fast-Infrared-Standard" (FIR), liegt die maximale Übertragungsrate bei 4 Mbit/s.

Leider ist der Praxiseinsatz recht störanfällig. Beide Schnittstellen müssen direkten Sichtkontakt haben und sollten nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sein. Außerdem ist via Infrarot keine Sprachübertragung möglich. Dennoch ist Infrarot derzeit noch die verbreitetste drahtlose Übertragungstechnik.

Bluetooth

Als Ersatz für IrDA wurde 1998 der Funkstandard Bluetooth vorgestellt. Waren Anfangs nur Ericsson, Nokia, IBM, Intel und Toshiba im Boot, gehören mittlerweile über 1500 Hersteller der "Bluetooth Special Interest Group" an.

Mit Bluetooth können zum Beispiel mehrere Komponenten eines Computernetzwerks wie Drucker, Scanner und Desktop-PC im Umkreis von bis zu zehn Metern verbunden werden. Zudem arbeiten bereits einige Handy-Freisprecheinrichtungen mit der Funktechnik. Vorteil gegenüber der Infrarot-Technologie: Bluetooth-Verbindungen benötigen keinen direkten Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger. Dabei ist eine Datenrate von bis zu einem Megabit in der Sekunde möglich.

Für eine Bluetooth-Verbindung müssen beide Geräte ein dementsprechendes Modul haben. Leider ist die Zahl an attraktiven Bluetooth-Produkten noch sehr gering. Die Industrie gelobt aber Besserung. Erste Drucker, Handys oder Notebooks werden bereits ab Werk mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgerüstet.

Falls die Hersteller es schaffen, zügig neue Bluetooth-Geräte auf den Markt zu bringen, stehen die Chancen für ein baldiges Ende des Kabelsalates unterm Schreibtisch gut. Denn gerade für die Verbindung zu klassischen Peripherie-Geräten wie Druckern oder Scannern ist der "Blauzahn" ideal. Als Netzwerklösung ist Bluetooth mit seiner begrenzten Übertragungsgeschwindigkeit jedoch weniger geeignet.

DECT

Die kryptische Abkürzung DECT steht für "Digital European Corless Telecommunication". Und schon der Name verrät, dass der DECT etwas mit Telefonie zu schaffen hat - hier ist der Standard weltweit die Nummer Eins. Wer in Deutschland ein Schnurlos-Telefon kauft, hat meist ein DECT-Gerät in der Hand.

DECT kann aber noch deutlich mehr, als reine Sprachübermittlung vom Telefonhörer zur Basisstation. So gibt es einige ISDN-Geräte, die über die DECT-Technologie per Funk Daten von der Basisstation zum Empfangsmodul am Computer senden. Damit kann ohne direkte Kabelverbindung zum ISDN-Anschluss mit dem PC im Internet gesurft werden. Zudem ist DECT eine Lösung für die Überbrückung der so genannten "letzten Meile" und wird möglicherweise auch in Zusammenhang mit UMTS eine Rolle spielen.

Innerhalb von Gebäuden hat die Datenübertragung via DECT eine Reichweite von bis zu 50 Metern, im Freien bis zu 300 Meter. Die maximale Übertragungsgeschwindigkeit beträgt dabei 552 kBit/s.

Wireless LAN

Für den privaten Anwender meist noch zu teuer aber im Unternehmens-Umfeld weit verbreitet sind "Wireless Local Area Networks" (Wireless LANs oder W-LAN). Sie basieren auf den vom US-Verband der Elektro-Ingenieure verabschiedeten Standards IEEE802.11a sowie IEEE802.11b und nutzen Funkwellen als Datenleitung.

Vorteil der Wireless LANs ist die hohe Geschwindigkeit. Zur Zeit werden Datenraten von 11 MegaBit pro Sekunde erreicht - das ist im Vergleich mit den anderen Technologien konkurrenzlos. Problem ist jedoch die hohe Störanfälligkeit. Zudem werden Daten in den drahtlosen Netzwerken oft unverschlüsselt übertragen, was Hackern Tür und Tor öffnet.

Ähnlich wie DECT-Verbindungen haben direkte IEEE802.11-Verbindungen eine Reichweite von rund 30 Metern in Gebäuden und rund 300 Metern im Freien. Prinzipiell gibt es dabei zwei Betriebsarten: Direkt von Computer zu Computer (als Peer-to-Peer-Netzwerk) oder über einen zentralen Zugangspunkt (Access Point) als Verteilerstation.

Um ein Wireless LAN in Betrieb zu nehmen, werden mindestens zwei IEEE802.11-Netzwerkkarten benötigt. Das Angebot an dementsprechenden Endgeräten ist reichhaltig - aber nicht billig.

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