Drahtzieher hinter den Kulissen
Kohl räumt Treffen mit CDU-Obmann im Ausschuss ein

Reuters BERLIN. Altkanzler Helmut Kohl (CDU) hat eingeräumt, sich vor seiner Vernehmung im Spenden- Untersuchungsausschuss des Bundestags mit dem CDU-Obmann im Ausschuss, Andreas Schmidt, getroffen zu haben. Dieses Treffen habe am vergangenen Montag in seinem, Kohls, Büro stattgefunden, sagte Kohl am Donnerstag bei der Fortsetzung seiner Vernehmung vor dem Gremium. Sie war zuvor unterbrochen worden, nachdem SPD und Grüne den Verdacht geäußert hatten, Kohl treffe sich mit Ausschussmitgliedern, um Einfluss auf das Geschehen in dem Gremium zu nehmen.

Das grüne Ausschussmitglied Hans-Christain Ströbele hatte zuvor in der Beratungspause gesagt, Kohl versuche offenbar in Einzelgesprächen, hinter den Kulissen "Drähte zu ziehen". Kontakte von Ausschussmitgliedern mit Kohl könnten dazu führen, dass diese nicht mehr Mitglied des Ausschusses sein könnten. Für eine entsprechende Entscheidung sei allerdings eine Zweidrittel-Mehrheit nötig.

Das weitere Vorgehen des Ausschusses war zunächst unklar. Ausschussvorsitzender Volker Neumann (SPD) setzte die Vernehmung Kohls am Nachmittag fort und befragte ihn näher zu Treffen im Zusammenhang mit der Arbeit des Ausschusses. Dazu sagte Kohl, er habe nie versucht, Zeugen zu beeinflussen. Daraufhin wurde in nichtöffentlicher Sitzung ohne Kohl weiter beraten. Kohl sagte während der nichtöffentlichen Beratungen vor Journalisten, es sei selbstverständlich, dass er sich im Rahmen der parlamentarischen Arbeit an Kollegen wende. Er könne die Aufregung überhaupt nicht verstehen.

Am Vormittag hatte Kohl alle Vorwürfe zurückgewiesen, die von ihm geleitete Bundesregierung sei bestechlich gewesen.

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