Drama auf den Philippinen
Angeblich drei Malaysier auf Jolo freigelassen

Reuters ZAMBOANGA. Drei Malaysier, die seit fast vier Monaten auf der philippinischen Insel Jolo festgehalten werden, sollen einem Unterhändler übergeben worden sein und Freitagabend freikommen. Aus der Umgebung eines in die Gespräche mit den Geiselnehmern einbezogenen Geschäftsmannes verlautete am Freitag, die Malaysier befänden sich zwar noch in dem Rebellen-Gebiet, würden aber am Abend in die Stadt Zamboanga gebracht. Regierungsvertreter und Diplomaten konnten die Angaben nicht bestätigen. Der Unterhändler der philippinischen Regierung, Robert Aventajado, erklärte, die Geiseln kämen in drei Gruppen frei. Der Asienbeauftragte Cornelius Sommer sagte in der ARD,die Hoffnung bleibe, dass die Geiseln bald freikämen.

Aventajado sagte, mit den Geiselnehmern sei vereinbart worden, dass alle verbleibenden 16 Geiseln bis spätestens Montag freigelassen würden. Wahrscheinlich würden die Franzosen als letzte Gruppe freikommen. Zu den 16 Geiseln gehören neun westliche Touristen, die zusammen mit Hotelangestellten am Ostersonntag Ende April von der malaysischen Ferieninsel Sipadan nach Jolo verschleppt wurden, unter ihnen Marc und Werner Wallert aus Göttingen.

Auch drei französische Fernsehjournalisten befinden sich noch in der Hand der Rebellen der Gruppe Abu Sayyaf. Sie würden vermutlich als letzte freikommen, sagte Aventajado. Die Rebellen hatten in den vergangenen Wochen bereits die Deutsche Renate Wallert, sechs Malaysier und eine philippinische Frau freigelassen.

Die Freilassung der übrigen Geiseln hatte sich in den vergangenen Tagen immer wieder verzögert. Aventajado wies Medienberichte zurück, wonach die Forderung zweier Rebellen-Chefs, Galib Andang und Mujib Susukan, nach Asyl in Libyen Grund für die Verzögerung sei.

Der deutsche Asienbeauftragte Sommer sagte am Freitagmorgen in einem Fernsehgespräch aus Tripolis, auch er könne nicht sagen, wann genau die Geiseln freikämen. Er warte und es bleibe die Hoffnung auf eine baldige Freilassung.

Die Geiseln wurden nach ihrer Freilassung in Libyen erwartet. Libyen hat in dem seit fast vier Monaten andauerndem Geiseldrama eine Vermittlerrolle übernommen. Zeitungsberichten zufolge soll das nordafrikanische Land den Geiselnnehmern Lösegeld in Höhe von rund 25 Mill. $ (53 Mill. DM) angeboten haben.Dieses Geld solle für Infrastrukturmaßnahmen in jenen Gebieten im Süden der Philippinen verwendet werden, in denen die Rebellen Autonomie für die Moslems durchsetzen wollen.

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