Dramatisch gefallene Nachfrage
Lucent streicht weitere 10 000 Stellen

Die Verluste sind höher als erwartet. Nun will der angeschlagene US-Telekomausrüster noch aggressiver umstrukturieren.

dpa MURRAY HILL. Der schwer angeschlagene amerikanische Telekomausrüster Lucent Technologies will weitere 10 000 Stellen streichen und einen aggressiveren Umstrukturierungsplan umsetzen. Zugleich kündigte das Unternehmen am Freitag einen deutlich höheren Verlust im gerade abgeschlossenen vierten Quartal als bisher erwartet an. Lucent, der größte amerikanische Telekomausrüster, hatte bereits in den vergangenen Jahren wegen der dramatisch gefallenen Nachfrage riesige Verluste verbucht und massiv Stellen abgebaut.

Die Zahl der Beschäftigten soll nach dem Abbau auf 35 000 sinken. Lucent will weitere Restrukturierungs-Details am 23. Oktober bei der Vorlage der Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres (zum 30 September) bekannt geben. Lucent rechnet damit, dass der Umsatz im Schlussquartal im Vergleich zu den drei Monaten davor um 20 bis 25 % gefallen ist. Das Unternehmen setzte im dritten Quartal 2,95 Mrd. Dollar um. Die Gesellschaft will die Kosten so stark senken, dass sie bereits bei einem Umsatz von 2,5 Mrd. Dollar schwarze Zahlen schreiben kann. Bisher sollte die Gewinnschwelle bei einem Umsatz von 2,5 Mrd. Dollar bis drei Mrd. Dollar erreicht werden.

Lucent erwartet für das vierte Quartal einen Pro-Forma-Verlust, der um bis zu 20 Cent je Aktie höher ausfallen dürfte als die bisherige Prognose von 45 Cent je Aktie. "Wir wollen trotz der Marktherausforderungen im Geschäftsjahr 2003 wieder profitabel werden", kündigte Lucent-Chefin Patricia Russo allerdings an.

Das Unternehmen wird eine Restrukturierungs-Sonderbelastung von einer Milliarde Dollar verbuchen. Angesichts der schwachen Börsen kündigte Lucent außerdem eine Sonderbelastung von drei Mrd. Dollar an, die auf den Rückgang der Vermögenswerte in der Management-Pensionskasse zurückzuführen sei.

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