Dramatische Lage bei Beta Research
Kirch-Gespräche mit Murdoch um Beta-Research-Allianz offenbar gescheitert

Gespräche zwischen der Kirch-Gruppe und der News Corp von Rupert Murdoch um eine Allianz in der Techniksparte Beta Research sind fehlgeschlagen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Wochenend-Ausgabe unter Bezug auf Informationen aus dem Unternehmen.

afx MÜNCHEN. Die Kirch-Gruppe habe auf Anfrage erklärt, das es mehrere Interessenten zur Zusammenarbeit bei der d-Box, dem Decoder zum Empfang des Bezahl-TV-Senders (Pay TV) "Premiere World", der von Beta Research entwickelt wurde. Der Fortbestand der Technik-Sparte sei aber auch ohne Partner gesichert, hieß es in dem Bericht weiter.

Darüber hinaus verhandele Kirch auch mit dem US-Software-Unternehmen Microsoft und dem Telekommunikations-Konzern Motorola über einen Einstieg bei Beta Research. Die Gespräche seien aber bislang ergebnislos geblieben und würden in der Kirch-Gruppe teilweise schon als gescheitert gelten, schrieb die "Süddeutsche".



Allianz mit Deutscher Telekom war bereits gescheitert



In der vergangenen Woche war bereits die Allianz mit der Deutschen Telekom gescheitert. Gemeinsam mit dem Telekom-Unternehmen wollte Kirch die d-box zum Standard-Decoder für das Pay TV und den Internetanschluss beim Kabelfernsehen in Deutschland machen. Für gut eine Milliarde DM sollte die Telekom die Mehrheit (51 Prozent) an Kirchs Technik-Sparte übernehmen. Statt dessen entschloss sich die Telekom jedoch, ihre Kabelfernsehnetze mit fast 20 Millionen angeschlossenen Haushalten weitgehend zu verkaufen.



Für den Medienhändler sei der Rückschlag nur schwer zu verkraften. In der Unternehmensgruppe sei von einer dramatischen Lage bei Beta Research die Rede. Die d-box gelte als schwer zu bedienen und schrecke deshalb viele Abonnenten. Diese Probleme würde das Unternehmen nicht allein in den Griff bekommen und brauche dringend einen kapitalstarken und fachkundigen Partner.



Zukunft von Premiere World hängt von d-box ab



Auch die Zukunft von Premiere World, der pro Jahr eine Milliarde DM Verlust mache, hänge davon ab, ob Kirch die technischen Probleme bei der d-box beheben kann. Der Decoder solle nun statt der eigenen Software auf das System Open TV umgerüstet werden. Von dem System, das weltweit eingesetzt werde, verspreche man sich einen stabileren und kundenfreundlicheren Betrieb der d-box, hieß es aus dem Hause Kirch. Die Maßnahme sei auch deshalb erforderlich, weil die neuen Betreiber des Kabelfernsehens die d-box nur dann als Pay-TV-Decoder einsetzen wollen, wenn die technischen Probleme behoben sind.



Die Kirchgruppe habe mitgeteilt, dass das Betriebssystem des Decoders nicht ausgetauscht, sondern erweitert werde, damit es zusätzliche Empfangsmöglichkeiten für Premiere World gebe.

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