"Dramatische Lage"
Opel fährt auch 2002 im tiefroten Bereich

Die Adam Opel AG wird auch 2002 nicht aus der Verlustzone herauskommen. "Wir befinden uns in der schwierigsten Phase seit dem 2. Weltkrieg", sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz am Freitag in Rüsselsheim.

dpa-afx RÜSSELSHEIM. Neben der riesigen Aufgabe, zusammen mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Carl-Peter Forster das Automobilunternehmen wieder flott zu machen, drohe nun zusätzlich ein Abkippen der Autokonjunktur.

Erstes Halbjahr 2002 sehr unsicher

Vor allem das erste Halbjahr 2002 wird nach Darstellung des Betriebsratsvorsitzenden von großer Unsicherheit geprägt sein. "Das wird für sämtliche Autohersteller alles andere als ein Spaziergang – und insbesondere für Opel schwierig." Der Vorstand der deutschen Tochter von General Motors (GM) habe aber noch keine weiter gehenden Maßnahmen bei den Arbeitnehmervertretern angedeutet, die über das Sanierungsprogramm "Olympia" hinausgingen. Danach sollen in Deutschland 2500 Arbeitsplätze – davon 400 in der Verwaltung – über Vorruhestand und Abfindungsprogramme abgebaut werden. "Ich hoffe, dass wir um schlimmere Maßnahmen herumkommen", betonte Franz.

Der in den Medien kursierende Verlust von 1,5 Mrd. DM für 2001 entbehrt nach Aussage von Franz "jeglicher Grundlage". Der 2000er Betriebsverlust von 982 Mill. DM werde sicher übertroffen, das tatsächliche Ausmaß des Fehlbetrages im auslaufenden Jahr stehe aber noch nicht fest. Unklar sei zudem noch, wie sich die Verlängerung der Garantiezeit auf zwei Jahre sowie die notwendigen Rückstellungen für die Altautoverordnung in der Bilanz niederschlagen.

Kritik an möglichen Stellenstreichungen

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende kritisierte den Werksdirektor des Bochumer Standortes, Jan Brems, der am Donnerstag über einen zusätzlichen Abbau von 500 Stellen gesprochen hatte. Dies sei bislang weder mit den dortigen Arbeitnehmervertretern noch mit dem Vorstand besprochen worden. Derzeit gebe es nur "Überlegungen", den Ausfall einer Astra-Schicht von August auf Anfang April vorzuziehen. "Ein Informationsaustausch über Nachrichtenagenturen schüre die Spekulationen in der Belegschaft und schädigen erneut das Opel-Image", sagte Franz.

Als besonders schwierig bezeichnete er die Verhandlungen mit Fiat. Der Autohersteller mit riesigen Überkapazitäten habe die Schließung eines Motorenwerkes in Italien beschlossen. Opel produziert mit Fiat in dem Gemeinschaftsunternehmen Powertrain auch Motoren und Getriebe an den Standorten Bochum, Kaiserslautern und Rüsselsheim. Während für Kaiserslautern am Donnerstag eine Absicherung für den Bau eines neuen Dieselmotors nach 2007 erreicht werden konnte, seien die Perspektiven in Bochum noch "ungeregelt". Bis Weihnachten sollen aber noch Gespräche mit dem dortigen Betriebsrat aufgenommen werden.

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