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Dramatisches WM-Aus für China

Für China ist der Traum von der Teilnahme an der Fußball-WM 2006 in Deutschland bereits ausgeträumt. In einem hochdramatischen Fernduell mit Kuwait verpasste der WM-Starter von 2002 den Einzug in die entscheidende Qualifikationsrunde.

dpa GUANGZHOU. Für China ist der Traum von der Teilnahme an der Fußball-WM 2006 in Deutschland bereits ausgeträumt. In einem hochdramatischen Fernduell mit Kuwait verpasste der WM-Starter von 2002 den Einzug in die entscheidende Qualifikationsrunde.

Während China den "kleinen Bruder" Hongkong mit 7:0 deklassierte, feierten die Kuwaitis gegen Malaysia einen 6:1-Triumph. Bei Punktgleichheit (je 15), Gleichheit im direkten Vergleich und gleicher Tordifferenz (+13) setzte sich Kuwait auf Grund der Anzahl der in allen Gruppenspielen erzielten Treffer (15:2) gegenüber China (14:1) denkbar knapp durch.

Damit ist der Niederländer Arie Haan, der am 16. November 56 Jahre alt wurde, als Trainer im Reich der Mitte gescheitert. "Ich muss die Konsequenzen tragen", sagte Haan. Mit 35 000 fanatisch mitgehenden Zuschauern im Stadion von Guangzhou und rund 400 Millionen Chinesen am Fernseher erlebte der frühere Coach des VfB Stuttgart ein Wechselbad der Gefühle mit einem dramatischen Abschluss. Nach einer Stunde Spielzeit führte China nicht zuletzt dank zweier Tore von Jiayi Shao (1 860 München) schon mit 5:0 und wähnte sich auf WM-Kurs, weil in Kuwait City die Gastgeber lediglich mit 2:1 in Front lagen. Doch dann holte Kuwait Tor um Tor auf, während die Chinesen immer nervöser wurden und Zheng Zhi sogar einen Elfmeter verschoss.

"Einfach unglaublich, wir schießen sieben Tore, und trotzdem reicht es nicht. Ein sehr traurtiger Tag für den chinesischen Fußball", meinte Shao: "Es wird einige Zeit dauern, bis wir diese Niederlage verdaut haben."

Eine blamable Rolle in dem turbulenten Schützenfest spielte Hongkongs Auswahl, die in den fünf vorangegangenen Spielen zusammen nur acht Gegentore kassiert hatte. Schon vor der Partie waren die Befürchtungen groß gewesen, dass es im "Bruderduell" nicht mit rechten Dingen zugehen würde. Deshalb hatten der Weltverband Fifa und der Asiatische Fußball-Verband (AFC) Sonderbeobachter nach Guangzhou entsandt. Sie dürften nicht erbaut gewesen sein von der kläglichen Gegenwehr der Elf aus Hongkong.

Erwartungsgemäß setzten sich der WM-Vierte Südkorea und Achtelfinalist Japan in ihren Gruppen durch. Auch Saudi-Arabien, Usbekistan, Bahrain, Nordkorea und Iran zogen in die zweite Runde ein, in der die acht Mannschaften in zwei Gruppen um die vier für Asien reservierten WM-Startplätze streiten. Die beiden ersten jeder Gruppe qualifizieren sich direkt für die WM. Die beiden Gruppendritten bestreiten Entscheidungsspiele, deren Sieger in zwei Relegationsspiele gegen den Vierten aus Mittelamerika um die WM-Fahrkarte kämpft.

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